Auf Terra Preta Spuren im Waldviertel

Terra Preta

Auf dem Wachtberg nahe Gars/Kamp (Niederösterreich) betreibt Tristan Toe eine Bio-Landwirtschaft. Dabei setzt der Jungbauer auf Vielfalt, vermehrt eigenes Saatgut und beim Boden kennt er keine Kompromisse: Mit der schwarzen Erde, oder auch Terra Preta genannt, macht Toe großartige Erfahrungen. Seit 37 Jahren gibt es auf dem Wachtberg eine Landwirtschaft. Sie wurde vom Künstler Dieter Graf, der auch Initiator des Kunstprojektes Kunst in der Natur ist, bewirtschaftet. Immer schon wurde hier biologisch gearbeitet. Vor drei Jahren übernahm Schwiegersohn Tristan die Landwirtschaft und produziert unter dem Namen BIOsain vielfältiges und qualitätsvolles Gemüse.

Vision von gesunden Böden und Lebensmitteln

Tristan ist in Mali aufgewachsen und weiß, dass es in diesem Land kaum möglich ist, biologisches Saatgut zu erhalten. Es wird nur jenes der Großkonzerne angeboten, vollgepumpt mit Chemie und nicht standortangepasst. Die Folgen sind dramatisch: giftige Böden und abhängige Bauern, die ohne Saatgut, Dünger und Pestizide der Konzerne nicht mehr auskommen. Tristans größter Wunsch ist es, dass das Land wieder selbst Saatgut vor Ort vermehrt. Gesunde Böden, gesunde Lebensmittel und gesündere Menschen wären die Folge.

Immer schon hat er sich für die Landwirtschaft interessiert, daher absolvierte er in Frankreich eine landwirtschaftliche Ausbildung. Die Liebe führte ihn schließlich auf den Wachtberg.

Mit seiner Familie und Michael Furtlehner begann er am Wachtberg das auszuprobieren, was ihm in Mali so abging. Er begann ausschließlich mit samenfesten Sorten zu arbeiten, die bei den einzelnen Pflanzen zu großen Unterschieden führen. Keine Paradeiser gleicht der anderen; keine Zucchini sieht wie die andere aus: Vielfalt wird dabei großgeschrieben.

Auch mit der Ressource Boden geht Tristan sorgsam um. Der Boden des Wachtbergs ist ein sandiger, mit niedrigem Humusgehalt. Noch dazu ist er sehr seicht und das recht trockene Klima erschwert die Produktion. So versucht er den Humusgehalt zu erhöhen, was ihm mit verschiedenen Mulchtechniken und mit Terra Preta Versuchen auch gelingt.

„Wir wollen Wege finden MIT der Natur zu arbeiten und nicht gegen sie.“

– Lautet der Grundtenor von Tristan. Seine Vision von der nachhaltigen Kreislaufwirtschaft ist auf dem Wachtberg bereits aufgegangen.
Terra Preta Wo gibt’s das Gemüse von BIOsain zu kaufen?

Zu beziehen sind Tristans Erdäpfel-Raritäten, Mairüben, Fenchel, Mangold, Asia-Salat über 20 verschiedene Paradeiser-Sorten u.v.m ab Hof, auf Slow Food Märkten in Horn und Waidhofen/Thaya sowie bei Foodcoops und Annas Catering.

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