Der Beruf der Zukunft: Vertical Farmer

ueberland.inFarming.kinder Der Beruf der Zukunft: Vertical FarmerMit den Jobs der Zukunft beschäftigte sich vor einigen Wochen die Moneyland des renommierten time Verlags. Ihr zufolge werden Berufe für den Bereich Nachhaltigkeit, Internet-Sicherheit oder Altenfürsorge u.a. die größten Erfolgsaussichten prognostiziert. Unter die Top-Neun dieser Ranking Liste schafft es auch ein Bauer. Der „Vertical Farmer“ hat laut Moneyland als Zukunftsberuf allergrößte Chancen. Warum das so ist,
ist leicht erklärt. Von der zunehmenden Weltbevölkerung (Ende Oktober 2011 wurde die Sieben-Milliarden-Grenze erreicht) strömen immer mehr Menschen in die Städte. Im Jahr 2050 sollen neun Milliarden Menschen auf diesem Planeten leben, 80 Prozent davon in der Stadt. Um deren Lebensmittelversorgung zu gewährleisten, werden andere Formen der Landwirtschaft benötigt.

Prototypen der vertikalen Landwirtschaft

ueberland.blue .sea .developement Der Beruf der Zukunft: Vertical FarmerEine Form wird die vertikale Farm sein oder auch „Farmscrapers“ genannt. Diese Farmen stehen heute in der Entwicklung. So wird z. B derzeit im Gebäude „Blue Sea Developement“ in New York ein Prototyp der integrierten Landwirtschaft umgesetzt. In Kooperation zu Bright Farm Systems entwickelt das Fraunhofer Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik in Oberhausen ihre Stadtfarm der Zukunft. „InFarming“ nennt sich ihr Projekt, das gerade auf dem Dach des Fraunhofer-inHaus-Zentrums in Duisburg entsteht. Dabei bildet eine integrierte Energieversorgung durch Abwärmenutzung oder Photovoltaikanlagen den Schwerpunkt. Der Wasserkreislauf wird geschlossen, entstehendes Schmutzwasser durch Pflanzen gereinigt. Dadurch sollen die CO2 Emissionen reduziert werden, Flächenverbrauch und Transportkosten sind gering, und die Menschen könnten von regionalen Lebensmitteln aus naher Umgebung versorgt werden. InFarming ist auch speziell für Supermärkte angedacht. Das frische Gemüse, auf dem Dach gezüchtet, gelangt ohne Transportemissionen direkt ins Warenangebot des Marktes.
ueberland.infarming supermarkt Der Beruf der Zukunft: Vertical Farmer

Kühne Entwürfe

Dachfarmen oder vertikale Landwirtschaften können viele Gesichter haben. Das Thema der urbanen Farm hat nicht nur Wissenschafter bereits in ihren Bann gezogen, auch Architekten und Stadtplaner beschäftigen sich seit geraumer Zeit begeistert mit dieser Zukunftsoption. Unterschiedlichste Entwürfe dafür gibt es bereits, von Glaspyramiden mit Plantagen im Inneren über „lebende Türme“.
ueberland.DAM WOHA VerticalCities w Der Beruf der Zukunft: Vertical FarmerEine Architektur, „die atmet“ ist derzeit gerade in Frankfurt/Main zu sehen. Dabei geht es um die kühnen Visionen der Architekten WOHA aus Singapur (Wong Mun Summ und Richard Hassell). Sie gehen bei ihren Bauten noch einen Schritt weiter: In ihren Gebäuden erobern die Pflanzen die Umwelt zurück. Ihre Entwürfe zeigen grüne Hochhäuser, tropisch-offene Einfamilienhäuser oder noch unrealisierte Projekte, wo in radikaler Form am Ende nur noch die Pflanzen übrig bleiben.
Doch bis es soweit ist, haben die Vertical Farmer ihren großen Auftritt. Urban Farmer, Stadtbauern und Landwirte sind für diesen Zukunftsberuf besonders geeignet. Sie bringen schon eine Menge Erfahrung mit – braucht also nur noch das Thema Vertical Farm breitenwirksam zu werden.

Die Ausstellung WOHA. Architektur atmet
ist noch bis 29. April 2012 zu sehen; Deutsches Architekturmuseum, Schaumainkai 43, Frankfurt/Main. www.dam-online.de

Foto (1): Schulungs- und Trainingsstandort an der Manhattan School for Children, New York ©Fraunhofer Umsicht
Foto (2): BrightFarm Systems im Gebäude „Blue Sea Developement“, New York; ©BrightFarm Systems
Foto (3): die Dächer auf Supermärkten sollen beackert werden; ©BrightFarm Systems
Foto (4): Vertikale Städte; Rendering: Obilia

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4 Antworten auf Der Beruf der Zukunft: Vertical Farmer

  1. Zum Vertical farming gibt es am 8. 2. 2012 eine Veranstaltung, die von Permakultur Austria in Wien organisiert wird, und interessant werden könnte: http://permakultur.net/?mdoc_id=1001091 – wenn ich auch die Thesen von Frau Dolezal (http://www.oekonews.at/?mdoc_id=1064462) nur beschränkt teilen kann.

  2. Interessant. Etwas Ähnliches habe ich erst vor wenigen Monaten im Farmer’s Market in Halifax gesehen. Dort hatte man eine ganze Wand mit Pflanzen begrünt, allerdings waren es dort Zierpflanzen und keine Nutzpflanzen. Das Prinzip ist jedoch dasselbe.

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