Farming Kindergarten lehrt Kids Landwirtschaft

Farming KindergartenIn Dongnai (Vietnam) entstand das Projekt „Farming Kindergarten“. Den Kindern wird hier ein grünes Umfeld zum Spielen zur Verfügung gestellt, was in Vietnam – nicht mehr – als selbstverständlich gilt. Außerdem lernen hier die Kinder auf der am Dach befindlichen Landwirtschaft, wie Lebensmittel entstehen und was sie daraus machen können. Ein Beitrag von Elena Marie Grossmann

Der ehemals landwirtschaftlich geprägte Vietnam befindet sich in einem Wandel. Immer mehr Fabriken entstehen, die Produktion geschieht hauptsächlich maschinell oder durch Fließbandarbeit. Ein zunehmender Motorradverkehr belastet außerdem die Umwelt und verschmutzt die Luft, vor allem in den Städten. Dazu kommt die steigende Urbanisierung; kostbare, unbebaute Fläche verschwindet.

Um vietnamesischen Kindern trotzdem Zugang zu grünen Spielflächen zu verschaffen und das Bewusstsein für einen schonenden Umgang mit unserer Umwelt, vor allem im Bereich der Lebensmittelproduktion und der Landwirtschaft, zu stärken, hat das vietnamesische Architekturbüro Vo Trong Nghia Architects einen Kindergarten mit einem zugehörigen Garten am Dach entwickelt.

Hier wird den rund 500 Kindern von Arbeitern aus der benachbarten Schuhfabrik die Möglichkeit geboten, in einem geschützten Umfeld draußen zu spielen. Die 200 Quadratmeter großen Gärten dienen allerdings auch dazu, verschiedene Gemüsesorten anzubauen. Den Kindern werden damit die Grundkenntnisse der Lebensmittelproduktion und der Landwirtschaft weitervermittelt und damit auch ein Stück der vietnamesischen Kultur.

Farming Kindergarten

Solarenergie und Nutzung des Abwassers

„Farming Kindergarten“ steht ganz im Zeichen des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit: Die öffenbaren Fenster des Gebäudes unterstützen eine natürliche Beleuchtung und Durchlüftung. Es gibt keine Ventilatoren. Die grüne Fassade dient dem Sonnenschutz, das Wasser wird mittels Solarenergie erhitzt, Toiletten und Pflanzen mit dem Abwasser der Fabrik bewässert; so hatte der Kindergarten 10 Monate nach Ende der Bauarbeiten, im Vergleich zu standardisierten Wohn- und Arbeitsgebäuden, bereits 25% Energie und 40% Wasser gespart.

Den Kindern soll auf diese Art sowohl die Notwendigkeit als auch die Integrierbarkeit von Umweltschutz in den Alltag aufgezeigt werden. Sustainable education also, nicht nur im umwelttechnischen sondern auch im intellektuellen Sinn.

ElenaDie Autorin: Dieser Beitrag stammt von über_Land-Gastbloggerin Elena Marie Grossmann. Sie besucht noch das Gymnasium, konnte aber bereits im Zuge ihrer berufspraktischen Tage tiefe Einblicke in den journalistischen Alltag bei der Wiener Stadtzeitung „der Falter“ sammeln. Ihre Leidenschaft gilt dem Schreiben, Lesen und der Fotografie. Zu einer ihrer Lieblingsautorinnen zählt Lilly Brett.

 

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