Lebendige Objekte vermeiden Abfall

Lebendige Objekte - Naturalise

In der Stadt wohnen, aber trotzdem von einem Meer aus Pflanzen umgeben sein – wenn diese grüne Vision noch dazu auf die Idee trifft, Abfall zu vermeiden, dann ist für den Urban Farmer der Himmel auf Erden schon sehr nah. Zwei lebendige Objekte von Designern helfen, diesen Traum wahr werden zu lassen.

Die spanische Künstlerin Ainhoa Garmendia gestaltete eine lebende Hängematte. ​​Sie entwarf und webte dieses außergewöhnliche Möbelstück, das Teil einer Ausstellung im Mailänder Triennale Design Museum während der Fashion Week 2017 war.

Naturalise ist der Name meiner Hängematte, aber auch ein Verb, eine Aktion und ein Ansatz, Objekte zu machen, die wachsen und lebendig sind. Wir sind an kurzlebige Lifestyle-Güter gewöhnt. Uns wurde beigebracht, dass Recycling gut ist, auch wenn die wirkliche Lösung aber darin besteht, Abfall erst gar nicht zu produzieren“, sagt Garmendia. Ihre Arbeit ist ein Appell, lebendige Objekte zu schaffen, um die man sich kümmern muss und die nicht sofort weggeworfen werden.

Um Naturalize umzusetzen, benutzte die Künstlerin Tillandsia Usneoides, auch bekannt als Spanisches Moos oder Luisianamoos, eine Pflanze die hauptsächlich in Amerika – von den Südstaaten der USA bis nach Chile – heimisch ist. Das anspruchslose Moos benötigt keine Erde und nur minimale Wassergaben, um zu wachsen. Seine langgestreckten Fasern sind ein ideales Medium, um daraus einen robusten Stoff zu weben. Die Nährstoffversorgung erfolgt danach alleine durch die Luft. Und vielleicht durch die Liebe des Hängemattenbesitzers.

Lebendige Objekte - Naturalise

Pflanzen der Stadt als Rohstoffe

Wer neben der Moos-Hängematte noch etwas Platz in seiner Wohnung hat, der könnte sich bei Designer Asif Khan umsehen. Er schuf 2010 für das Design Museum London die Möbelserie Harvest. Ziel des Projektes war es, das Pflanzenleben der Stadt als Rohstoff für alltägliche Produkte zu nutzen. Khan entdeckte auf seinen Streifzügen durch London eine Pflanze, die ihm wegen ihrer verzweigten Struktur und ihrer Fähigkeit, sich ineinanderzuschlingen, sofort auffiel. Glypsophila gehört zur Familie der Nelkengewächse und wird auch Gipskraut genannt, da die Pflanze selbst auf Gipsgestein wachsen kann.

Das zur Herstellung der Möbel entwickelte Verfahren kombinierte Tätigkeiten wie Weben, Formen, Gefriertrocknen und Härten. Die blühende Glypsophila wird geerntet und zu einem „Pflanzenstoff“ verwoben, danach in die gewünschte Form gebracht – entweder Tisch oder Sessel – und dann über mehrere Wochen gefriergetrocknet, um das gesamte Wasser zu entziehen. Nach dem Aushärten erhält jedes Möbelstück eine Beschichtung aus Leinölharz, um die Form zu fixieren. Das Resultat sind robuste Möbel, die durch ihre Zartheit und den Anschein, gerade in voller Blüte zu stehen, bestechen.

 

über_Land

Der Blog über_Land beschäftigt sich mit innovativer Landwirtschaft in der Stadt und auf dem Land. Themen wie Urban Farming, Vertical Farming, Aquaponic stehen genauso im Vordergrund wie innovative Landwirte, die mit ihren Betrieben neue Wege der Lebensmittelproduktion einschlagen. Der Blog ist seit 2011 online. Gründerin und Herausgeberin ist Barbara Kanzian. Erfahren Sie mehr über sie auf ihrer Unternehmens-Website.

 

 

 

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>