Blogger fahren über_Land

Winzerin Birgit Braunstein(werbung) Die Überländerin ist ein Stadtei – immer schon gewesen. Doch sie hat in den letzten Jahren durch über_Land eine Menge dazugelernt. Sie begibt sich gerne auf’s Land und trifft dort Menschen, die nachhaltig ihre Lebensmittel herstellen. Vor wenigen Tagen z. B. hat es die Überländerin gleich in drei Bundesländer verschlagen: In Ilz in der Steiermark besuchte sie eine Mühle, in der österreichisches Superfood produziert wird; anschließend ging es in die Bucklige Welt zu allerhand gehörnten Tieren und bei einem köstlichen Glas Wein in einem burgenländischen Weingarten neigte sich dieser Tag zu Ende.

Wann immer es die Zeit der Überländerin erlaubt, nimmt sie gerne an Bloggerreisen teil. Das hat den Vorteil, nette Bloggerinnen und Blogger kennenzulernen, den neuesten Tratsch aus der Branche zu erfahren und zu hören, was gerade unter den Kolleginnen und Kollegen so angesagt ist. Aber vor allem ist eine Bloggerreise straff organisiert und bietet einige spannende Highlights.

Super Körndl-Produzent

So auch diese Reise zu der das Unternehmen „Transgourmet“ einlud. Unter dem Titel „Auf den Spuren der Nachhaltigkeitsmarke Vonatur“ stand gleich zu Beginn ein österreichischer Bio-Superfood-Produzent am Programm. Zwar weiß man mittlerweile, dass der Begriff „Superfood“ stark überstrapaziert ist, doch das, was diese Mühle in Ilz in der Oststeiermark draufhat, kann sich sehen lassen. Seit einigen Jahren leiten die Söhne Rainer und Franz Schalk die Geschicke des Familienunternehmens in 6. Generation. Die Schalk-Mühle besitzt eine eigene Bio-Landwirtschaft und arbeitet eng mit Biobauern der Umgebung zusammen. Diese liefern u. a. Rohstoffe wie Kichererbsen, Linsen, Hanf oder Leinsamen. Das bedeutet kurze Transportwege und tut der Umwelt gut. Darüber hinaus gelingt es mit der eigenen Wasserkraftanlage, den Bedarf an Strom zur Gänze zu decken. Und aus dem hauseigenen Wald stammt das Holz, um die Röstpfanne für das Steirische Kürbiskernöl das ganze Jahr über zu beheizen.

Über 200 verschiedene Produkte wie Öle, Saaten, Pesto, Snacks oder Proteine werden derzeit hier erzeugt. In nächster Zeit sollen noch weitere hinzukommen. Ein wahrer Superfood-Produzent, der für die nächste Zeit schon weitere, innovative Produkte geplant hat.

Diva trifft Blogger

Mandls Ziegenhof

Michael Mandl von Mandls Ziegenhof

Bloggerinnen und Blogger sind während einer Bloggerreise immer gestresst. Sie müssen zuhören, fotografieren, gleichzeitig posten, die geeigneten Social Media-Kanäle bedienen, die richtigen Hashtags verwenden, die Produkte verkosten, Smalltalk mit den Gastgebern führen und – bevor es mit dem Bus weitergeht – noch rechtzeitig eine Pinkelpause einlegen. Wenn das alles geschafft ist, kann die Reise weitergehen: Von der Oststeiermark in die Bucklige Welt. Genauer gesagt: nach Lichtenegg in Niederösterreich.

Dort steht nicht eine Diva im Stall. Nein, es sind fast 300! Eine von ihnen ist die Trixi. Sie klettert gleich über den Zaun und begrüßt uns. Sie wird während der Ansprache ihres Besitzers bei uns bleiben und sich mit Streicheleinheiten verwöhnen lassen. „Aber passts auf vor den Ziegenböcken! Am besten greifts es net an. Den Gestank werdets nicht mehr los!“ klärt uns Michael Mandl, der Besitzer des Ziegenhofs, auf. Als Bub hat er die erste „Goaß“ nach Hause gebracht. Zum Leidwesen seines Vaters, der Rinderbauer war und für Goaßn kein Verständnis hatte. Michaels Goaß bekam schließlich Nachwuchs – das Fundament für Mandls Ziegenhof war gelegt. Mittlerweile ist der Biobetrieb zu einer beachtlichen Größe mit acht Mitarbeitern herangewachsen. Im Hofladen hat uns Michael schon alles vorbereitet, damit wir unsere eigenen Ziegenkäsebällchen formen können. Während wir unsere ersten Bällchen in Kräutermischungen wenden, genießen wir gleichzeitig das „Goaß-Kino“ – den freien Blick vom Hofladen in den Ziegenstall. Michael Mandl weiß eben, was seinem vorwiegend städtischen Publikum gefällt.

 

Weine, die berühren

Auch wenn uns Trixi nur schweren Herzens ziehen lässt, wir müssen weiter. Nach Purbach ins Burgenland. Die Straßen werden immer enger, das Navi ist sich seiner Ansagen auch nicht mehr sicher – ein steiniger Weg und eine steile Anfahrt. Doch die Stresssekunden unserer Bus-Chauffeurin lohnen sich. Auf einem Sonnenhang hoch oben am Leithagebirge erstreckt sich der Weingarten der biodynamisch arbeitenden Winzerin Birgit Braunstein. Birgit und ihre Familie (die Familie führt das Gasthaus Braunstein) bereiten uns hier einen herzlichen Empfang mit köstlicher Jause und ausgezeichneten Weinproben. Anschließend führt sie uns in ihren Weingarten. Trotz herbstlicher Jahreszeit und früher Ernte sehen ihre Reben noch sehr saftig aus; der Boden ist mit unterschiedlichsten Wildkräutern bedeckt und auch Blumen wachsen noch vereinzelt. Birgit führt das auf das biodynamische Arbeiten zurück: Sie unterstützt die Lebens- und Wachstumskräfte ihrer 22 Hektar Weingarten bestmöglich, um mehr Lebendigkeit und Balance in den Boden und in die Rebe zu bekommen.


Die Sonne geht langsam unter und taucht die Leithaberge in ein idyllisches Abendrot. Wir sind auf dem Weg zu Birgits Hof auf der Hauptstraße Purbachs. Auf ihrem liebevoll gestalteten Langstreckhof dürfen wir uns noch den stimmungsvollen Weinkeller ansehen und staunen über die Amphoren, in denen spezielle Weine lagern. Dann kredenzt Birgit noch einiges an edlen Tropfen, darunter auch einen „Oxhoft“. Wir kosten und stellen fest: Ihre Weine berühren.

Nun geht’s aber wirklich wieder zurück nach Wien. 1,5 Stunden später als geplant kommen wir in der Stadt an. Das Resümee: An Begegnungen reicher und mit Kostproben schwerer tritt die Überländerin ihren Heimweg an und kommt zum Schluss: Es ist großartig zu sehen, dass einige landwirtschaftliche Betriebe Nachhaltigkeit nicht nur als Marketing-Gag sehen, sondern es tatsächlich leben.

Winzerin Birgit Braunstein

Alle Fotos: ©Bernhard Schramm

über_Land
Der Blog über_Land beschäftigt sich mit innovativer Landwirtschaft in der Stadt und auf dem Land. Themen wie Urban Farming, Vertical Farming, Aquaponic stehen genauso im Vordergrund wie innovative Landwirte, die mit ihren Betrieben neue Wege der Lebensmittelproduktion einschlagen. Der Blog ist seit 2011 online. Gründerin und Herausgeberin ist Barbara Kanzian. Erfahren Sie mehr über sie auf ihrer Unternehmens-Website.

 

 

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