Stadtgärtner und ihre Stadtpflanzen

urban gardeningStädte und Gärten stehen in keinem Widerspruch. Gleich zwei urban gardeningNeuerscheinungen des heurigen Jahres haben die Großstadtgärtner ins Visier genommen. Trotz inhaltlicher Unterschiede gelingt es beiden Büchern sehr gut, die Lust auf das urbane Gärtnern zu vermitteln. In dem Buch „Das ist Urban Gardening!“ holt Autorin Karen Meyer-Rebentisch neue Stadtgärtner und ihre kreativen Ideen vor den Vorhang. Die selbst als leidenschaftliche Gemüsegärtnerin tätige Journalistin widmet sich thematisch den unterschiedlichsten Formen von Stadtgärten: Ein altes Parkdeck in St. Pauli (Hamburg) wird in ein Gartendeck verwandelt; auf dem ehemaligen Flugplatzgelände Tempelhofer Feld (Berlin) gedeiht Gemüse in Hochbeeten und in München haben einige Bürger den ständigen Konsum und die Wegwerfmentalität satt und gründen das Gartenprojekt „O’pflanzt“.

Die Bedeutung von interkulturellen Gärten widmet sich das Kapitel „Hier hat meine Seele ein Zuhause“: Meyer-Rebentisch beschreibt darin, was es z. B. heißt in der neuen, fremden Heimat keiner Arbeit nachgehen zu dürfen und welchen hohen Stellenwert dabei das Gärtnern erfährt. Sie zeigt anhand von interkulturellen Gartenprojekten das gelungene Miteinander und macht deutlich, dass Integration in so manchem Garten einen gelebten Alltag darstellt.

Das Buch reiht nicht nur ein Gartenbeispiel an das andere, sondern es setzt sich auch mit Fragen der Vermittlung auseinander, beispielsweise dass „Ökologie im Kopf beginnt“ und welche Ideen es gibt, um Kindern früh das Wissen um Lebensmitteln zu vermitteln. Oder wie kann eine positive Beziehung und Kooperation zwischen Landwirten und Konsumenten aussehen? Von neuen Selbsterntegärten bis zur solidarischen Landwirtschaft wird eine optimistische Zukunft skizziert. Alles in allem ein inhaltsstarkes und empfehlenswertes Buch, das mit seinen eindrucksvollen Stimmungsbildern die Zeit bis zur nächsten Gartensaison bestimmt verkürzt.

Gärtnerglück im Porträt

Das zweite Buch „urban gardening Gärtnerglück für Großstadtpflanzen“ porträtiert die Gartenbesitzer, die in Schrebergärten, Dachgärten, Balkongärten oder Hinterhöfen ihren grünen Traum wahr werden lassen. Bloggerin und Autorin Anja Klein und Fotograf Andreas Lauermann stellen die Besonderheiten ihrer urbanen Gärtner in Text und reichhaltigem Fotomaterial vor; ein kurzer Steckbrief fasst die wichtigsten Eckdaten zusammen. Zwischen den einzelnen Gärtnerporträts lässt Anja Klein “just do it!“-Tipps einfließen. Wie sie beispielsweise ein neues Haus aus alten Scherben zusammensetzt, lässt jedes Herz eines DIY-Anhängers höher schlagen. Und das Neue sieht richtig gut aus.

Jeder, der auch nur ein bisschen Platz in seiner Stadt hat, kann sich aus diesem Buch eine kreative Inspiration holen und sie vielleicht schon in der kommenden Gartensaison umsetzen. Denn wie sagt Anja Klein in ihrem Vorwort: „Mir gefällt es in der Stadt und zwar umso besser, je mehr Leute dort das Gärtnern für sich entdecken.“

Anja Klein & Andreas Lauermann, Urban Gardening; Gärtnerglück für Großstadtpflanzen, Verlag Christian, ISBN-10: 3862442179, ISBN-13: 978-3862442171

Karen Meyer-Rebentisch, Das ist Urban Gardening! Die neuen Stadtgärtner und ihre kreativen Projekte, Verlag blv, ISBN-10: 3835410776, ISBN-13: 978-3835410770

 

 

 

 

 

Tweet about this on Twitter0Share on Google+0Share on Facebook0

2 thoughts on “Stadtgärtner und ihre Stadtpflanzen

  • 19. Dezember 2013 um 10:15
    Permalink

    Liebe Überländerin,
    danke für die nette Besprechung von unserem Buch.
    Grüße aus dem kleinen Horrorgarten
    Anja

    Antwort
    • 4. Januar 2014 um 15:01
      Permalink

      Das habe ich sehr gerne gemacht. Urban Gardening ist nun mal eines meiner Lieblingsthemen.

      Antwort

Hinterlasse einen Kommentar zu Ueberlaenderin Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>