Da ist der Wurm drin

IMG_8067Wenn Bauern einen neuen Weg einschlagen, dann ist vor allem eines gefragt: Innovationsgeist. Den bewiesen Gaby und Wolfgang Thaller, als sie 2012 beschlossen, Wurmbauer zu werden. Nach intensiven Fortbildungen, aber auch herben Rückschlägen wurde aus ihrer Wurmfarm eine Erfolgsstory.

In einer landwirtschaftlichen Zeitung las das sympathische Ehepaar aus Zwettl von einem Bauern, der Regenwurmhumus produziert. Inspiriert davon begann Wolfgang Thaller erste Pläne zu schmieden: Ein Regenwurmstall musste her, außerdem sollte der landwirtschaftliche Betrieb in weiterer Folge einschneidenden Veränderungen unterzogen werden.

 

Zunächst wurde der auf Stiermast ausgerichtete Betrieb auf Bio zertifiziert. Damit schafften die Thallers die Grundlage für die biologische Ernährung ihrer Regenwürmer. Eine Halle wurde gebaut, die den neuen Bewohnern der Sorte Eisenia Foetida (auch Kompostwurm genannt) als Stall dient. Als dieser fertig war, klopften immer mehr Besucher an Thallers Türe und fragten, ob sie denn eine Führung haben könnten. So begann Gaby Thaller ihre Ausbildung als Seminarbäuerin. Es folgte die Bioseminarbäuerin. Wolfgang Thaller ließ sich zum Bodenpraktiker ausbilden, schließlich absolvierten noch beide Bauersleute die „Schule am Bauernhof“-Ausbildung.

Erster Versuch scheitert

Doch aller Anfang ist schwer: Zu Beginn passte das Futter für die Würmer nicht und alle Tiere starben. Ein herber Rückschlag, doch die Thallers gaben nicht auf. Ihr Durchhaltevermögen lohnte sich: Heute leben rund drei Millionen Würmer im Stall. Sie produzieren rund 500 Kubikmeter Humus pro Jahr. Es ist ein besonders natürlicher Dünger, der die Robustheit und Gesundheit der Pflanzen fördert.

Schulklassen und Kindergärten sind regelmäßige Besucher der Wurmfarm. Die Kinder verbringen oft einen ganzen Vormittag auf dem Betrieb und lernen den Weg „vom Wurm zum Kompost“ genau kennen. Sie können Regenwürmer anfassen, machen einen Rundgang im Stall und im umgebauten Erdäpfelkeller gibt’s Wurmkino, das sie mit den Eigenschaften der Tiere vertraut macht.

Wurmfarm – frischer Duft und bester Kompost

Wenn man die Wurmfarm der Thallers betritt, macht sich ein frischer Duft nach Waldboden breit. Die Erde ist auch dunkler als normale Erde. An der Oberfläche ist kein Wurm sichtbar. Die Tiere befinden sich in der oberen Erdschichte und durchwühlen den Boden, fressen den vorkompostierten Rindermist und scheiden hinten den Dünger aus. Der Kompost lagert sich schließlich unten an und kann dort geerntet werden. Die ideale Temperatur liegt zwischen 5 und 25 Grad C, wenn es heißer ist, muss gegossen werden.

Gaby und Wolfgang Thaller haben ihren Traum von der eigenen Wurmfarm erfüllt. Der Mut zur Veränderung, Offenheit und die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen begleiten die beiden auf ihrem Weg: Gaby Thaller meint heute: „Wir sind stärker und mutiger denn je und sehr dankbar, diesen Weg gegangen zu sein.“

Tipp

von Wurmfarmerin Gaby Thaller: Stechen Sie nicht Ihre Gartenbeete mit der Schaufel um. Sie zerstören dabei die unterirdischen Gänge der Regenwürmer und können den Tieren selbst Schaden zufügen.

Wussten Sie?

Ein Regenwurm kann sich selber das Schwanzteil, der hinter dem Gürtel beginnt, abtrennen. Aber nur einmal in seinem Leben. Wird der Wurm jedoch zwischen Fressmaul und Gürtel zerteilt, gibt’s leider keine Rettung mehr für ihn.

 

 

 

 

 

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