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	<title>Selbstversorger Archive - über_Land</title>
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		<title>Friedrich mit „dem Bien“ auf dem Ökohof</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ueberlaenderin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Mar 2015 11:56:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Innovatives Land]]></category>
		<category><![CDATA[Porträts]]></category>
		<category><![CDATA[Imkerei]]></category>
		<category><![CDATA[ökologische Landwirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Friedrich Rosenthal ist Veterinär-Student in Berlin. Daneben betreibt er mit seinem Vater und den zwei Geschwistern den Ökohof Fläming. Seine besondere Leidenschaft gilt den Bienen. Warum aus der ursprünglichen Idee des Bioziegenhofs nichts wurde und was die Familie jetzt im Nebenerwerb erwirtschaftet, erzählt Friedrich im folgenden Interview. Seit wann wohnen Sie am Land? Friedrich Rosenthal: [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.ueber-land.eu/friedrich-rosenthal-oekohof-flaeming-bienen/">Friedrich mit „dem Bien“ auf dem Ökohof</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.ueber-land.eu">über_Land</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.ueber-land.eu/wp-content/uploads/2015/03/An_den_Bienenvölkern_am_Heidebienenstand.jpg" data-rel="lightbox-gallery-E68gY2w0" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-5108" src="https://www.ueber-land.eu/wp-content/uploads/2015/03/An_den_Bienenvölkern_am_Heidebienenstand.jpg" alt="An_den_Bienenvölkern_am_Heidebienenstand" width="510" height="382" srcset="https://www.ueber-land.eu/wp-content/uploads/2015/03/An_den_Bienenvölkern_am_Heidebienenstand.jpg 510w, https://www.ueber-land.eu/wp-content/uploads/2015/03/An_den_Bienenvölkern_am_Heidebienenstand-300x225.jpg 300w" sizes="(max-width: 510px) 100vw, 510px" /></a>Friedrich Rosenthal ist Veterinär-Student in Berlin. Daneben betreibt er mit seinem Vater und den zwei Geschwistern <a href="http://www.oekohof-flaeming.de">den Ökohof Fläming.</a> Seine besondere Leidenschaft gilt den Bienen. Warum aus der ursprünglichen Idee des Bioziegenhofs nichts wurde und was die Familie jetzt im Nebenerwerb erwirtschaftet, erzählt Friedrich im folgenden Interview.<span id="more-5107"></span></p>
<p><i>Seit wann wohnen Sie am Land? </i></p>
<p><b>Friedrich Rosenthal:</b> Im Herbst 1999 sind wir nach Schopsdorf gezogen &#8211; ein Dorf mit nur 275 Einwohnern. Davor haben wir schon ein paar Jahre im Landkreis Jerichower Land gewohnt und einen kleineren Vierseithof gepachtet.</p>
<p><i>1999 haben Sie  vergrößert und einen halben Hektar Land mit Stall- und Wohngebäuden erworben. Warum dieser Schritt? </i></p>
<p><b>Friedrich Rosenthal:</b> Wir haben uns damals entschlossen, den Resthof zu kaufen, da uns zahlreiche landwirtschaftliche Flächen in der Umgebung in Aussicht gestellt wurden. Wir wollten schon seit langer Zeit in die Landwirtschaft einsteigen. Zunächst wollten wir einen Ziegenhof aufbauen. Von Anfang an war klar, dass wir ökologische Landwirtschaft betreiben wollten. Pestizide etc. haben wir bei der Erzeugung von Futtermitteln nie in Betracht gezogen.</p>
<p><i>Ihnen wurde mehr Land in Aussicht gestellt. Was wurde draus?</i></p>
<p><b>Friedrich Rosenthal:</b> Der Verkäufer hatte uns beim Verkauf noch einige Flächen zur Pacht in Aussicht gestellt, die zum Zeitpunkt des Verkaufs allerdings noch verpachtet waren. Nach Ende der laufenden Pachtverträge sollten wir die Flächen zur Pacht erhalten. Leider verstarb der Verkäufer einige Zeit darauf. Die Erben zogen es vor, die Flächen zu verkaufen. Über die zugesprochene Verpachtung gab es leider keine schriftlich festgehaltene Abmachung. Damit ergab sich das Problem, dass wir kein Land erhielten. Die Richtlinien der Ökoanbauverbände sehen aber vor, dass je nach Verband 50% bis 100% des Futters auf betriebseigenen Flächen produziert werden. Damit war uns der Weg zu biologischer Landwirtschaft zunächst verbaut.</p>
<p><i>Mit dem beabsichtigten Bioziegenhof war es damit vorbei. Wie haben Sie dann Ihre Landwirtschaft ausgerichtet?</i></p>
<p><b>Friedrich Rosenthal:</b> Da wir bis heute lediglich 3 Hektar Grünland in der Umgebung pachten konnten, haben wir seit 2009 die Imkerei zur zentralen Säule unserer Landwirtschaft entwickelt. Bienenhaltung lässt sich auch gut ohne Land betreiben, die Bienen fliegen wohin sie wollen. Gleichzeitig leistet man damit einen wichtigen ökologischen Beitrag.</p>
<p>Bislang haben wir nur die Imkerei nach Bio-Richtlinien zertifizieren lassen können, sie läuft bisher als einziger Betriebszweig im Nebenerwerb. Neben der Imkerei versuchen wir nun Geflügel- und Milchschafhaltung in den Nebenerwerb zu bringen, um mit diesen Komponenten also ganzheitlich die Landwirtschaft zum Haupterwerb zu machen. Die Planungen dazu sind im Gange.</p>
<figure id="attachment_5109" aria-describedby="caption-attachment-5109" style="width: 637px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.ueber-land.eu/wp-content/uploads/2015/03/Nils_Rosenthal_mit_den_Pferden_Rubinia_und_Elfi_nach_der_Arbeit_mit_dem_Pflug.jpg" data-rel="lightbox-gallery-E68gY2w0" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" class=" wp-image-5109 " src="https://www.ueber-land.eu/wp-content/uploads/2015/03/Nils_Rosenthal_mit_den_Pferden_Rubinia_und_Elfi_nach_der_Arbeit_mit_dem_Pflug.jpg" alt="Nils Rosenthal mit den Pferden Rubinia und Elfi nach dem Pflügen." width="637" height="478" srcset="https://www.ueber-land.eu/wp-content/uploads/2015/03/Nils_Rosenthal_mit_den_Pferden_Rubinia_und_Elfi_nach_der_Arbeit_mit_dem_Pflug.jpg 637w, https://www.ueber-land.eu/wp-content/uploads/2015/03/Nils_Rosenthal_mit_den_Pferden_Rubinia_und_Elfi_nach_der_Arbeit_mit_dem_Pflug-300x225.jpg 300w" sizes="(max-width: 637px) 100vw, 637px" /></a><figcaption id="caption-attachment-5109" class="wp-caption-text">Nils Rosenthal mit den Pferden Rubinia und Elfi nach dem Pflügen.</figcaption></figure>
<p>Ein weiterer wichtiger Betriebszweig ist unsere Pferdefuhrhalterei. Mit unseren beiden Kaltblutpferden bieten wir neben Kutschfahrten auch die Bewirtschaftung von Ackerflächen mit Pflug, Egge und allem, was sonst noch dazu gehört, sowie die Bewirtschaftung von Wäldern an. Die Arbeit mit den Tieren bereitet uns besonderen Spaß. Privat reiten wir sie auch.</p>
<p>Die Nachfrage nach der Waldbewirtschaftung hält sich aber leider stark in Grenzen.</p>
<p><i>Möchten Sie irgendwann hauptberuflich Landwirt werden?</i></p>
<p><b>Friedrich Rosenthal:</b> Ich führe den Betrieb seit meinem 18. Geburtstag und habe mich davor intensiv mit der Imkerei auseinander gesetzt und diese aufgebaut. Hauptberuflich studiere ich Veterinärmedizin im 100km entfernten Berlin, da habe ich unter der Woche relativ wenig Zeit. Mein Vater führt im Haupterwerb nach wie vor das Ingenieurbüro, nebenerwerbsmäßig macht er die Landwirtschaft mit und versorgt die Tiere unter der Woche. Außerdem betreut er die Teilnehmer des Freiwilligen Ökologischen Jahres.</p>
<p><i>Ihre jüngeren Geschwister helfen auch fleißig im Betrieb mit. Wer macht was?</i></p>
<p><b>Friedrich Rosenthal:</b> Meine Geschwister sind meistens auch nur am Wochenende zuhause. Mein Bruder Julian (18) kümmert sich um seine Schafe, das ist sein Hoheitsgebiet. Ansonsten packt er aber auch immer bei größeren Projekten auf dem Hof gerne an. Meine Schwester Sophia (13) hat die drei Schweine in ihr Herz geschlossen. Nichtsdestotrotz war es von Anfang an klar, dass die beiden Knirpsschweinchen einmal geschlachtet werden sollen.</p>
<figure id="attachment_5110" aria-describedby="caption-attachment-5110" style="width: 510px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.ueber-land.eu/wp-content/uploads/2015/03/Friedrich_und_Sophia_am_Verkaufsstand_im_Herbst.jpg" data-rel="lightbox-gallery-E68gY2w0" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" class="size-full wp-image-5110" src="https://www.ueber-land.eu/wp-content/uploads/2015/03/Friedrich_und_Sophia_am_Verkaufsstand_im_Herbst.jpg" alt="Friedrich und Sophia beim Verkaufen ihrer Produkte." width="510" height="382" srcset="https://www.ueber-land.eu/wp-content/uploads/2015/03/Friedrich_und_Sophia_am_Verkaufsstand_im_Herbst.jpg 510w, https://www.ueber-land.eu/wp-content/uploads/2015/03/Friedrich_und_Sophia_am_Verkaufsstand_im_Herbst-300x225.jpg 300w" sizes="(max-width: 510px) 100vw, 510px" /></a><figcaption id="caption-attachment-5110" class="wp-caption-text">Friedrich und Sophia beim Verkaufen ihrer Produkte.</figcaption></figure>
<p>Ansonsten hilft sie gerne bei der Vermark- tung, bei der Dekora- tion und der Gestaltung von Marktstän- den.  Aber auch den direkten Verkauf unterstützt sie mit großer Freude.</p>
<p><i>Sie haben erzählt, dass Sie sich seit über fünf Jahren mit Bienen intensiv beschäftigen. Was fasziniert Sie dabei?</i></p>
<p><b>Friedrich Rosenthal:</b> Die Völker der Honigbienen stellen eindrucksvolle „Staaten“ dar. Die Kooperation der Individuen in einem Bienenvolk ist so eng und stark verknüpft, dass man auch gerne von einem Superorganismus spricht. Bei dieser Bezeichnung betrachtet man ein Bienenvolk als einen ganzen Organismus, den man im Fachjargon „Der Bien“ nennt. Die Königin heißt zwar so, ist aber nur ein Teil des Volkes. Dass diese Insektenstaaten so funktionieren und von der Gemeinschaft getragen werden ohne einen Befehlshaber oder eine führende Riege, das ist schon beeindruckend.</p>
<p><i>Was bedeutet Ihnen insgesamt die Landwirtschaft?</i></p>
<p><b>Friedrich Rosenthal:</b> Sie ist für mich von großer Bedeutung. Im Vergleich mit dem Leben in der Großstadt Berlin würde ich das Land in jedem Fall vorziehen. Zum einen ist mir die Arbeit an der frischen Luft sehr wichtig, zum anderen bedeuten mir die Tiere auch sehr viel. Außerdem erfüllt es mich mit einer Zufriedenheit und Freude am Ende, die Produkte, die man selbst erzeugt hat, zu verzehren.</p>
<p>Meines Erachtens sollte die Landwirtschaft auch in der Bildung einen viel größeren Stellenwert haben. Viele Menschen wissen heute gar nicht mehr, wie man Lebensmittel produziert, wie das Fleisch in den Supermarkt kommt. Ich finde, es sollte schon in der Schule das Interesse an der Lebensmittelproduktion geweckt werden und somit der Grundstein für eine bewusste Ernährung gelegt werden. Dies würde auch der hiesigen Landwirtschaft durch eine geförderte Direktvermarktung und entsprechend bessere Preise zugute kommen.</p>
<figure id="attachment_5111" aria-describedby="caption-attachment-5111" style="width: 637px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.ueber-land.eu/wp-content/uploads/2015/03/Blick_auf_den_Ökohof_Fläming_im_Sommer_-_die_Feldsteinscheune_ist_das_älteste_Gebäude_im_Ort.jpg" data-rel="lightbox-gallery-E68gY2w0" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-5111" src="https://www.ueber-land.eu/wp-content/uploads/2015/03/Blick_auf_den_Ökohof_Fläming_im_Sommer_-_die_Feldsteinscheune_ist_das_älteste_Gebäude_im_Ort.jpg" alt="Blick auf den Ökohof Fläming: Die Feldsteinscheune ist das älteste Gebäude im Ort." width="637" height="478" srcset="https://www.ueber-land.eu/wp-content/uploads/2015/03/Blick_auf_den_Ökohof_Fläming_im_Sommer_-_die_Feldsteinscheune_ist_das_älteste_Gebäude_im_Ort.jpg 637w, https://www.ueber-land.eu/wp-content/uploads/2015/03/Blick_auf_den_Ökohof_Fläming_im_Sommer_-_die_Feldsteinscheune_ist_das_älteste_Gebäude_im_Ort-300x225.jpg 300w" sizes="(max-width: 637px) 100vw, 637px" /></a><figcaption id="caption-attachment-5111" class="wp-caption-text">Blick auf den Ökohof Fläming: Die Feldsteinscheune ist das älteste Gebäude im Ort.</figcaption></figure>
<p><i>Was zeichnet Ihren Ökohof aus?</i></p>
<p><b>Friedrich Rosenthal:</b> Unser Hof zeichnet sich durch eine große Vielfalt an Tierarten aus, die es heute nicht mehr allzu oft gibt.</p>
<p><i>In welchen Bereichen sind Sie heute Selbstversorger?</i></p>
<p><b>Friedrich Rosenthal:</b> Die Selbstversorgung mit Kartoffeln, Honig und Bienenwachskerzen können wir ganzjährig erreichen. Verschiedene Obst- und Gemüsesorten wie Möhren, Topinambur, Brombeeren, Birnen und Äpfel kommen in der Saison noch hinzu, dort haben wir allerdings nicht genügend Fläche, um genügend zum Lagern anzubauen. Je nach Jahr bauen wir auch verschiedene Kräuter an. Eine ganzjährige bzw. beinahe ganzjährige Versorgung mit Schweinefleisch und Schafmilch sollen nun in diesem Jahr folgen. Unsere Sau Lotta wird demnächst wieder gedeckt, so können wir ab nächstem Jahr auch unseren Kunden Schweinefleisch anbieten.</p>
<p><i>Hat sich Ihre Landwirtschaft auf Nachbarn oder Umgebung positiv ausgewirkt? Gab es spürbare Veränderungen?</i></p>
<p><b>Friedrich Rosenthal:</b> Die ersten Reaktionen auf unsere Bienen waren damals eher zurückhaltend. Manch einer fürchtete gestochen zu werden. Aber unsere Bienen sind sehr friedliebend und greifen nicht ohne Grund an. Die Aufregung legte sich bald.</p>
<p>Einige Zeit später kam aus dem Dorf die Anregung, ob wir nicht auch Honigmet produzieren würden. Der Nachfrage nach alkoholischen Getränken wollen wir in diesem Jahr nachkommen.</p>
<p>Des Weiteren gab es Interessenten, die selbst gern Bienen in ihrem Garten hätten, selbst aber keine Zeit zum Betreiben der Imkerei haben. Seitdem bieten wir unseren Kunden an, ein Bienenvolk, oder auf Wunsch auch mehrere, in ihrem Garten aufzustellen und zu betreuen. Die Familien erhalten die gesamte Ernte aus ihrem Bienenvolk und können ihren Gästen Honig aus ihrem eigenen Garten anbieten.</p>
<p><i>Zum Abschluss darf ich Sie für unsere über_Land-Leser noch um einen Spezial Tipp bitten. Stichwort: Honig. </i></p>
<p><b>Friedrich Rosenthal:</b> Honig lässt sich vielfältig verwenden. Neben der Verwendung als Brotaufstrich empfiehlt sich Honig auch als gesunde Alternative für Zucker im Tee und auch in Gebäcken. Um die wertvollen Inhaltsstoffe wie Vitamine und Enzyme zu erhalten, empfehlen wir, den Honig dem Tee erst hinzuzufügen, sobald dieser Trinktemperatur erreicht hat. Gleiches gilt auch beim Zusatz von Honig in anderen Heißgetränken. Bei der Verwendung in Gebäcken ist zu beachten, dass der Honig nur zu 80 bis 84% aus Zucker besteht und 16-20% Wasser sind. Entsprechend sollte ein Viertel (Zucker in Gramm x 1,25) mehr Honig verwendet und die Flüssigkeitszufuhr in Form von Wasser oder Milch entsprechend reduziert werden.</p>
<p><b><i>Danke für das Gespräch und Ihren Tipp. </i></b></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.ueber-land.eu/friedrich-rosenthal-oekohof-flaeming-bienen/">Friedrich mit „dem Bien“ auf dem Ökohof</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.ueber-land.eu">über_Land</a>.</p>
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		<title>Genug ernten, um davon leben zu können</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ueberlaenderin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Feb 2015 14:58:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Innovatives Land]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als Susanne und Markus auf’s Land zogen, wollten sie ein wenig Gemüse anbauen. Mittlerweile träumt Markus davon, täglich auf dem Traktor zu sitzen und soviel zu ernten, um davon leben zu können. Ja, und Susanne teilt Haus und Hof bereits mit zwei Katzen, neun Wachteln und hoffentlich bald auch schon mit Ziegen. Wie schaut ihr [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.ueber-land.eu/wp-content/uploads/2015/02/markus.3.png" data-rel="lightbox-gallery-Z3auvhCH" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft  wp-image-5090" src="https://www.ueber-land.eu/wp-content/uploads/2015/02/markus.3.png" alt="markus.3" width="383" height="437" srcset="https://www.ueber-land.eu/wp-content/uploads/2015/02/markus.3.png 425w, https://www.ueber-land.eu/wp-content/uploads/2015/02/markus.3-263x300.png 263w" sizes="(max-width: 383px) 100vw, 383px" /></a>Als Susanne und Markus auf’s Land zogen, wollten sie ein wenig Gemüse anbauen. Mittlerweile träumt Markus davon, täglich auf dem Traktor zu sitzen und soviel zu ernten, um davon leben zu können. Ja, und Susanne teilt Haus und Hof bereits mit zwei Katzen, neun Wachteln und hoffentlich bald auch schon mit Ziegen. Wie schaut ihr Weg von semiautark zum Selbstversorger aus?  <span id="more-5089"></span></p>
<p><i>Wie hat Euer Leben am Land begonnen?</i></p>
<p><b>Markus:</b> Vor ca. zwei Jahren haben wir uns ein altes Haus in Winningen an der schönen Mosel gekauft und renoviert. Leider haben wir hier keinen Garten. Schließlich konnte ich Susanne dazu überreden ein kleines Grundstück zu pachten, um ein wenig Gemüse anzubauen. Das Grundstück ist ca. 500 qm groß. Lediglich fünf Meter breit und 100 Meter lang. Die Erde ist hart und steinig. Es hat wirklich viel Mühe gekostet, die ersten 100 qm Gartenland umzugraben. Wir haben das Grundstück teilweise eingezäunt, damit die Touristen uns nicht die Möhren klauen. Der weitaus größere Teil ist nicht eingezäunt. Auf diesem hatten wir bisher die einfacheren Pflanzen wie Kartoffeln, Bohnen oder Topinambur gepflanzt.</p>
<p><i>Ihr seid also auf dem besten Weg dazu, Selbstversorger zu werden?</i></p>
<p><b>Markus:</b> Bisher habe ich gar nicht den Anspruch ein richtiger Selbstversorger zu sein oder zu werden. Ich muss zugeben, dass ich mich gerne jeden Tag auf einem Traktor sehen würde wie ich die Kartoffeln aus der Erde ziehe, den ganzen Tag unter freiem Himmel stehe und genug ernte, um uns davon zu ernähren. Ich möchte für mich selber sorgen können und finde es einfach wunderschön die eigene Ernte nach Hause zu bringen und daraus etwas Frisches zu kochen. Es ist zwar ein abgedroschener Spruch, aber das Gemüse aus dem eigenen Garten schmeckt einfach besser.</p>
<p><b>Susanne<i>:</i></b> Das halte ich für einen abgedroschenen Spruch, zudem stimmt er auch nicht immer (<i>schmunzelt</i>). Unsere Tomaten waren letztes Jahr die reinsten Wasserbomben, sie haben einfach nicht genug Sonne abbekommen. Die Arbeit im Garten bedeutet für mich eher ein Stück Selbstständigkeit: Eigentlich ist es ja vorgesehen, dass man arbeiten geht, um Geld zu verdienen, das man dann wieder in den Supermarkt trägt. Wir haben uns diesen Umweg gespart; Saatgut ist sehr günstig und die Arbeit im Garten macht uns Spaß, besonders wenn es dann ans Ernten geht (<i>lacht</i>). Und es ist letztendlich viel einfacher als man zu Anfang denkt.</p>
<p><i>Gibt es Vorbilder für Eure selbständige Lebensform?</i></p>
<p><b>Markus:</b> Natürlich! Meine Mutter. Sie hatte, und hat noch immer einen Gemüsegarten. Mein Bruder und ich standen immer draußen und haben alles weggefuttert was reif und lecker war. Erbsen, Johannisbeeren, Erdbeeren, Möhren. Wir haben alles gefuttert bevor es im Topf landen konnte. Meine Mutter kann ich auch fragen, wenn irgendwas nicht so wächst wie es soll. Meistens ist die Antwort ganz simpel und fängt mit einem: „Das ist ja klar, dass das nicht wächst.“ an. Da stehen die Pflanzen zu nah zusammen oder zu sehr in der Sonne. Aber wir haben auch nicht den Anspruch alles perfekt zu machen. Und es gibt immer wieder positive Überraschungen. Wir waren z. B. total erstaunt wie pflegeleicht und ertragreich Topinambur ist.</p>
<p><b>Susanne:</b> In meiner Familie wurde schon immer nebenbei etwas Landwirtschaft betrieben. In Kindertagen habe ich mir den Garten mit Kaninchen und Hühner geteilt und heute unterhält mein Vater eine kleine Schafherde. Als Markus und ich dann aufs Land gezogen sind, war natürlich die erste Maßnahme Haus und Hof mit tierischen Freunden zu besiedeln. Mittlerweile leben wir mit zwei Katzen und neun Wachteln zusammen.  Anfangs hab ich einige Gartenplaner gewälzt, vor allem „Der Selbstversorger“ (Wolf-Dieter Storchl). Ich plane immer viel, vor allem wenn es um Fruchtfolgen und Beetnachbarn geht, und dann bricht doch alles wieder in Chaos aus. Und trotzdem: Es wächst immer was und in den Sommermonaten können wir aus dem Gemüsegarten leben.</p>
<p><i>Eure praktische Arbeit auf dem Hof und im Garten beschreibt Ihr auf Eurem Blog <a href="http://semiautark.com/">semiautark</a>. Dort gibt’s auch eine Menge Rezepte. </i></p>
<p><b>Susanne:</b> Wir haben mit dem Blog über die Wintermonate 2014 gestartet. In einer Zeit also, die gartentechnisch nicht so aufregend war. Und da haben wir den Blog hauptsächlich dafür genutzt, vegane Rezepte zu posten oder Einweck- und Verarbeitungsmethoden vorzustellen. Gerade für Veganer auf dem Land ist die eigene Lebensmittelherstellung attraktiv, da die Auswahl an veganen Produkten leider noch nicht überall besonders groß ist. Aber da tut sich im Moment ja Einiges.</p>
<p><i><a href="https://www.ueber-land.eu/wp-content/uploads/2015/02/markus.2.jpg" data-rel="lightbox-gallery-Z3auvhCH" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-5091" src="https://www.ueber-land.eu/wp-content/uploads/2015/02/markus.2.jpg" alt="markus.2" width="816" height="612" srcset="https://www.ueber-land.eu/wp-content/uploads/2015/02/markus.2.jpg 816w, https://www.ueber-land.eu/wp-content/uploads/2015/02/markus.2-300x225.jpg 300w" sizes="(max-width: 816px) 100vw, 816px" /></a>Welche positiven Erfahrungen habt Ihr mit Eurem Garten bis jetzt gemacht?</i></p>
<p><b>Markus:</b> Wenn man an so einen Garten ganz unbedarft rangeht, macht man fast nur positive Erfahrungen. Zu meinem Erstaunen ist fast alles gewachsen und hat auch geschmeckt. Die schlechten Erfahrungen macht man dann eher mit der Tierwelt. Mäuse können ganz schön viele Möhren essen und Hasen graben gerne Wurzeln aus. Total nervig.</p>
<p><b>Susanne:</b> Ich find’s schön, dass sich die Tiere so wohl bei uns fühlen. Eine meiner schönsten Gartenerfahrungen hatte ich eines lauen Sommerabends als ich nur schnell noch gießen wollte und fünf Babykaninchen entdeckt habe, die reglos zwischen den Gemüsepflanzen lagen und darauf gewartet haben, dass ich mich wieder verziehe (<i>lacht</i>).</p>
<p>Generell versuchen wir aber was die Pflanzen angeht, immer zwei Schienen zu fahren: Einmal das Gärtnern im Garten und dann noch eine Form von „Urban Gardening“ in Blumentöpfen, die wir in unserem Innenhof stehen haben. Damit sind wir dann auf der sicheren Seite. Was seltsamerweise nicht klappt bei uns sind Erdbeeren, aber das ließe sich noch mal mit einer anderen Sorte testen.</p>
<p><em>Wie wollt’ Ihr in fünf Jahren leben?</em></p>
<p><b>Markus:</b> In fünf Jahren hoffe ich noch ein wenig mehr Land zu besitzen und das Ganze etwas großflächiger angehen zu können. Ich will kein Landwirt werden aber es ist einfacher auf 50 qm Bohnen zu pflanzen und dort genug zu ernten als auf 10 qm. Ein paar Obstbäume wären auch noch schön. Etwas weiter in die Zukunft gedacht würde ich vielleicht auch bei meiner Vollzeitarbeit etwas kürzer treten, um mehr von meiner eigenen Händen Arbeit zu leben.</p>
<p><b>Susanne:</b> Ziegen. Ich will unbedingt zwei oder drei Ziegen, das sind so nette Gesellen. Und natürlich eine Streuobstwiese, die die Ziegen dann pflegen können.</p>
<p><i>Vielen Dank für das Gespräch. </i></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.ueber-land.eu/semiautark-selbstversorger-genug-ernten-um-davon-leben-zu-konnen/">Genug ernten, um davon leben zu können</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.ueber-land.eu">über_Land</a>.</p>
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		<title>3 Hühner, Paolo und der Garten in NW London</title>
		<link>https://www.ueber-land.eu/urban-farming-permakultur-london-huehner-stadt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ueberlaenderin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Jan 2015 07:21:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Urban farming Projekte]]></category>
		<category><![CDATA[Hühnerstall]]></category>
		<category><![CDATA[London]]></category>
		<category><![CDATA[Permakultur]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstversorger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Paolo ist Urban Farmer, Landschaftsarchitekt und Permakulturist. Seit kurzem ist er auch stolzer Besitzer dreier Hühner. Und das in einem Garten im Nordwesten von London. Schon seit frühester Kindheit an experimentiert Paolo mit Pflanzen. Das ist in seiner Familie nichts Ungewöhnliches. An den Bauernhof seines Onkels in Pomas (Zypern) kann sich Paolo noch sehr gut [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.ueber-land.eu/urban-farming-permakultur-london-huehner-stadt/">3 Hühner, Paolo und der Garten in NW London</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.ueber-land.eu">über_Land</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.ueber-land.eu/wp-content/uploads/2015/01/9241829_orig.jpg" data-rel="lightbox-gallery-YOf8Ep7i" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-5081 size-full" src="https://www.ueber-land.eu/wp-content/uploads/2015/01/9241829_orig.jpg" alt="Urban Farmer" width="481" height="270" srcset="https://www.ueber-land.eu/wp-content/uploads/2015/01/9241829_orig.jpg 481w, https://www.ueber-land.eu/wp-content/uploads/2015/01/9241829_orig-300x168.jpg 300w" sizes="(max-width: 481px) 100vw, 481px" /></a>Paolo ist Urban Farmer, Landschaftsarchitekt und Permakulturist. Seit kurzem ist er auch stolzer Besitzer dreier Hühner. Und das in einem Garten im Nordwesten von London. <span id="more-5079"></span>Schon seit frühester Kindheit an experimentiert Paolo mit Pflanzen. Das ist in seiner Familie nichts Ungewöhnliches. An den Bauernhof seines Onkels in Pomas (Zypern) kann sich Paolo noch sehr gut erinnern, auch an das Leben im kleinen Dorf, an die Familie und ihr starker Zusammenhalt.</p>
<h2>Selbstversorger nach dem Krieg</h2>
<p>Die wichtigsten Einflüsse kamen aber von seinem Großvater Harry, der in den Slums von East London in den 1920er und 30er Jahren aufwuchs. Nach seinem Kriegsdienst während des 2. Weltkriegs kehrt er wieder in den Eastend zurück, wo er seinen Garten mit den Nachbarn gemeinsam in einen städtischen Bauernhof verwandelt. Als Selbstversorger bauen sie Obst und Gemüse an, halten Hühner und Kaninchen, was ihnen das Überleben sichert. Mehr noch: Das, was überbleibt, wird auf dem Markt verkauft und erzielt ein kleines Einkommen.</p>
<h2>Der Stadtgarten wird zum Urban Farming-Paradies</h2>
<p>Jahrzehnte später tritt Paolo in die Fußstapfen des Großvaters. Er mietet sich ein kleines Häuschen in einem Vorort von North West London. Aus dem 150 Quadratmeter großen <a href="https://www.ueber-land.eu/wp-content/uploads/2015/01/2451602_orig.jpg" data-rel="lightbox-gallery-YOf8Ep7i" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-5082 size-full" src="https://www.ueber-land.eu/wp-content/uploads/2015/01/2451602_orig.jpg" alt="Urban Farmer" width="651" height="365" srcset="https://www.ueber-land.eu/wp-content/uploads/2015/01/2451602_orig.jpg 651w, https://www.ueber-land.eu/wp-content/uploads/2015/01/2451602_orig-300x168.jpg 300w" sizes="(max-width: 651px) 100vw, 651px" /></a>Stadtgarten gestaltet er ein<a href="http://the-urban-farmer.weebly.com/"> kleines Urban Farming-Paradies.</a> Die Grünfläche wird für für den Urban Farmer zum Demonstrationsacker und er probiert beinahe alles aus. Im Vorjahr konnte er eine großartige Ernte einholen: Kürbisse, Zucchini, Paprika, Erdbeeren, Karotten, Gurken ja sogar Weintrauben etc. sind bei ihm gereift.<br />
Seit kurzem beleben auch die drei Hühner Tikka, Madras und Masala den Garten und stellen die Versorgung frischer Eier sicher. Den Hühnerstall hat er nach eigener Planung selbst gebaut.<br />
Über das Internet teilt der UrbanFarmer seine Erfahrungen und möchte viele Menschen an seinen Ideen teilhaben. Er gibt aber auch Gartentipps und diskutiert Themen wie Permakultur und Landschaftsplanung.<a href="https://www.ueber-land.eu/wp-content/uploads/2015/01/4589488_orig.jpg" data-rel="lightbox-gallery-YOf8Ep7i" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-5083 size-full" src="https://www.ueber-land.eu/wp-content/uploads/2015/01/4589488_orig.jpg" alt="Urban Farmer" width="651" height="365" srcset="https://www.ueber-land.eu/wp-content/uploads/2015/01/4589488_orig.jpg 651w, https://www.ueber-land.eu/wp-content/uploads/2015/01/4589488_orig-300x168.jpg 300w" sizes="(max-width: 651px) 100vw, 651px" /></a></p>
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