Creative Hong Kong (2): Eine UrbanFarm als Zeichen für ein friedliches Miteinander

ueberland.10.mobile farm1 Creative Hong Kong (2): Eine UrbanFarm als Zeichen für ein friedliches MiteinanderFolgende Geschichte könnte sich nicht besser für den Jahres-beginn eignen. Sie erzählt vom Entstehen einer Urban Farm, die im Laufe der Zeit auf immer mehr Fans stieß. Leidenschaft und Begeisterungs-fähigkeit sind eben ansteckend, ob hier in Wien, Berlin oder Bern oder gar im fernen Hong Kong. Die Urban Farming-Bewegung hat auch in der Metropole Hong Kong Wurzeln geschlagen (Bauernhof in luftiger Höhe). Und zwar nicht nur im neuen Kreativ-Viertel Ngau Tau Kok, sondern auch in traditionelleren Stadtteilen wie Yau Ma Tei, das wörtlich übersetzt „Ort der Sesampflanzen“ heißt. Dort entstand eine kleine Rooftop Farm namens „mobile farm“ direkt über den Dächern der Shanghai Street. Diese Farm wurde von Vangi, einer Kunstverwalterin und Mitarbeiterin der Non-Profit Kunstorganisation „Woofer Ten“ ins Leben gerufen. Hier die wundervolle Entstehungsgeschichte der urbanen Farm in Herzen Hong Kongs.ueberland.8.mobile farm Creative Hong Kong (2): Eine UrbanFarm als Zeichen für ein friedliches Miteinander

Vor 2011 war Vangi eine Vollzeit Kunst-Administratorin und hatte mit Gärtnern nichts am Hut. Dann stellte sich plötzlich ein Wandel in ihrer Lebensanschauung an, und Vangi fragte sich, ob das Leben wirklich nur aus Arbeit und Konsum zu bestehen habe. Sie fasste den Entschluss zu kündigen und begann, auf der Fensterbank Choisum, eine Art Blattkohl, anzupflanzen. Vangi war fasziniert von der Energie der Pflanzen, und von dem Prozess des Wachstums. Sie sah, wie viel Arbeit und Mühe hinter der Aufzucht des Gemüses stehen, ueberland.6.mobile farm Creative Hong Kong (2): Eine UrbanFarm als Zeichen für ein friedliches Miteinanderdas man am Markt für ein paar Cent kaufen kann. Durch diese Erfahrung begann sie, die Nahrung und die scheinbar so alltäglichen Dinge des Lebens mehr wertzuschätzen. Vangi erkannte, dass es beim Anpflanzen nicht nur um den Ertrag, sondern vor allem um das Teilen der Nahrung und der Freude mit Freunden ging.

Bald nach ihren ersten Versuchen auf der Fensterbank mietete Vangi ein Studio in einem alten Gebäude in Yau Ma Tei und begann, auf dem Dach Gemüse zu pflanzen. Eines Tages fand sie eine Nachricht an der Tür, in der ein Mann aus der Nachbarschaft ihr vorschlug, das Dach gemeinsam zu begrünen. Er hatte Erfahrung im Gärtnern, da er als junger Mann an einem Bauernhof gearbeitet hatte. Er hinterließ ihr seine Handynummer, sie rief ihn an, und so war die Community Rooftop Farm geboren. Fortan kamen immer mehr Menschen aus der Nachbarschaft mit Vangi und den KünstlerInnen und KuratorInnen von Wooferten zusammen, um den wachsenden Garten gemeinsam zu bearbeiten. So entwickelte sich eine neue Community in Yau Ma Tei, die nicht nur aus Vertretern der post-80s Generation besteht, sondern deren Mitglieder der Hoffnung auf ein friedvolles Miteinander (statt Gegeneinander) Ausdruck verleiht.ueberland.11.mobile farm Creative Hong Kong (2): Eine UrbanFarm als Zeichen für ein friedliches Miteinander

Ein Beitrag von über_Land-Gastautorin Katharina Hoff, die in Wien, Kyoto und Hong Kong studiert und zum Thema „Food Culture und Hong Kong Identitäten“ forscht. kathisuniverse@gmx.net

Kontakt: http://wooferten.blogspot.co.at/

Fotos: Vangi Fong (2012)

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