Bintje ist schön, aber die rote Emma ist schöner

Bintje ist Kartoffel des JahresDie Bintje hat es also geschafft. Sie wurde zur Kartoffel des Jahres in Deutschland gewählt. Mit dieser Auszeichnung wird ein klares Zeichen für die Kartoffelvielfalt und gegen die Saatgutabhängigkeit gesetzt. Doch was macht eigentlich eine gute Kartoffel aus?

Nach dem blauen Schweden, nach Linda, Bamberger Hörnchen, Adretta, Sieglinde und Ora steht nun Bintje auf dem Siegerpodest. Gelbe Schale und gelbes Fleisch sowie ein milder Geschmack kennzeichnen diese Sorte, die bereits seit 1905 in den Niederlanden gezüchtet wird.
Worauf kommt es bei einer guten Kartoffel an? Dazu fällt dem Österreicher Christof Schramm, der schon in dritter Generation mit Kartoffeln beschäftigt ist, eine Menge ein. Der gelernte Werbe-Fachmann und Bio-Bauer betreibt den Kartoffelhof und handelt vor allem mit der Weinviertler Salatkartoffel Ditta, der Linzer Delikatess und Sieglinde. Daneben baut er acht verschiedene Sortenraritäten an. Das Saatgut bezieht Schramm vorwiegend aus Deutschland, wo es viel Erfahrung mit alten Sorten gibt. „Aber auch hier in Österreich sind die Raritäten voll im Trend“, weiß er. Die blaue Liese ist die älteste Sorte, sie begeistert durch eine dunkelviolette Farbe. Sie ist nicht nur eine Schönheit, „sondern auch sehr gesund“: Je blauer nämlich eine Kartoffel ist, desto mehr Anthocyane sind in ihr enthalten und desto gesünder ist sie. (Anm.: Anthocyane sind wasserlösliche Farbstoffe, die die Pflanzen vor gefährlichen Stoffen schützen.) Weniger blau, dafür eine weitere Schönheit von vornehmer französischer Herkunft: die rote Emma: Festkochend, rote Schale und elegant mit ihrer ovalen Form. Ihr Geschmack verleiht Salaten oder Pürree eine würzige Note.

Kartoffel brauchen eine Auszeichnung

Der Geschmack ist aber noch lange nicht alles. Konsistenz, Lagerfähigkeit und Wachstum sind für ein gutes Produkt ebenfalls entscheidend, fasst Schramm zusammen. Was er sich wünscht, ist eine Qualitätsauszeichnung sowie beim Wein. „Warum soll es das bei Kartoffeln nicht geben?“
Während die Deutschen die Kartoffel des Jahres wählen, wird in Oberösterreich eine Kartoffelkönigin gewählt. Und in der Schweiz gibt es ganz was Besonderes, um auf den Wert der Kartoffel aufmerksam zu machen: Schon zum 6. Mal fanden in Mumenthal (Aarwangen) die Schweizer Meisterschaften im Kartoffelhandgraben statt. Dabei gab es auch einen neuen Rekord zu verzeichnen: 3,2 Tonnen Kartoffeln wurden von 232 Teilnehmern von Hand an das Tageslicht gebracht.
Ja, und ob Sie jetzt zu dieser wunderbaren Frucht der Erde Erdäpfel oder Kartoffel sagen, ist einerlei, Hauptsache ist doch, dass sie schmeckt. Dafür hat uns Christof Schramm sein Lieblingsrezept verraten: Das Weinviertler Gröstl. Probieren Sie’s aus und genießen Sie. Mahlzeit!

Rezept: Weinviertler Gröstl aus Alten Erdäpfelsorten

Zubereitungsdauer ca. 1 Stunde
Zutaten für 4 Personen

20 dag Blue Salad Potato v.1900
20 dag Rote Emma v.1923
20 dag Blaue Elise- Violette v.1850
20 dag Weinviertler Salaterdäpfel Ditta
30 dag gekochtes Rindfleisch oder Speck
8 dag Zwiebeln rot oder weiß
6 dag Butterschmalz oder Rapsöl
Salz, Pfeffer, Majoran und Petersilie

Zubereitung
1. Erdäpfel kochen, schälen und in ca 5 mm dicke Scheiben schneiden
2. Fleisch oder Speck in grobe Streifen schneiden, Zwiebel in feine Streifen schneiden
3. Schmalz in einer Pfanne erhitzen, Zwiebel darin hellbraun rösten. Raritätenkartoffel dazugeben und mitrösten. Zum Schluss das Fleisch oder den Speck dazugeben und kurz anbraten. Das Weinviertler Raritäten Gröstel würzen und mit Petersilie bestreuen.

Tipp: Je knuspriger die Erdäpfel gebraten sind, desto besser schmeckt das Weinviertler Raritäten Gröstl.

Foto (1): ©Sandra Krimshandl-Tauscher
Foto (2): ©MyProduct OG, im Bild: Christof Schramm

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