Die gehörnte Kuh

ueberland.wegscheiderNachdem die Kuh das Leittier von über_Land bildet, ist es wieder einmal höchst an der Zeit Wissenswertes, Skurriles und Absurdes aus der Welt der guten Hornträgerin zusammen zu fassen.  Und auch die Frage aufzuwerfen, ob die Zukunft den gehörnten oder ungehörnten Tieren gehört. Dass die Kuh tatsächlich noch Hörner trägt, ist alles andere als selbstverständlich. In der Schweiz sind es nur mehr rund 10 Prozent von horntragenden Tieren. Um diese kleine Anzahl zumindest erhalten zu können, läuft bis Ende November dieses Jahres eine Petition. Sie verlangt, dass Bauern durch den Bund mit einem Franken pro behornter Kuh und Tag entschädigt werden. Bis 30. September konnte die IG-Hornkuh bereits 13.926 Unterschriften sammeln. Und auch zum 3. Hornfest am 13. Oktober in Solothurn zeigte sich die Pro-Horn-Fraktion zuversichtlich. Bleibt zu hoffen, dass die Anzahl der Befürworter behörnter Kühe nicht bald schon die Anzahl der Tiere mit Hörnern übertrifft.

Ob die „Siegerflade“ von einer Kuh mit Hörnern oder ohne stammt, war bei diesem Bewerb bestimmt Nebensache. In der Gemeinde Reith im Alpbachtal (Tirol, A) wurde im Oktober die erste Meisterschaft im Kuhfladenweitwurf abgehalten. Mit 41,5 Metern ließ Klaus Kuprian die Konkurrenz weit hinter sich und holte sich klar den ersehnten Titel. Und bei den Damen siegte Magdalena Reiter mit über 26 Metern. Ob dieser Bewerb es in seiner Beliebtheit auf breitenwirksame Basis schafft, sei dahingestellt. Zumindest kamen die Erträge der karitativen Aktion „Licht ins Dunkel“ zugute.

Je länger eine Kuh liegt, desto eher steht sie auf?

Und auch bei diesem Beitrag aus der Welt der Wissenschaft wird es kaum einen Unterschied machen, ob es sich um behörnte oder unbehörnte Kühe handelt. Es geht nämlich darum, dass sich eine schottische Forschergruppe für ihre Studie mit folgender Annahme näher beschäftigte: Je länger eine Kuh liegt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie bald wieder aufsteht. Nun das klingt wenig überraschend und es darf angenommen werden, dass es auch umgekehrt so ist: Je länger also eine Kuh steht, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich bald wieder hinlegt. Und genau das ist eben nicht der Fall und wurde von den Forschern in der Studie „Are cows more likely to lie down the longer they stand?“ nachgewiesen. Diese skurril klingende Forschungsarbeit wurde  mit dem Ig-Nobelpreis ausgezeichnet, besser als Anti-Nobelpreis bekannt. Geehrt werden damit wissenschaftliche Leistungen, die „Menschen zuerst zum Lachen, dann zum Nachdenken bringen“.

In der Fotografie macht es sehr wohl einen Unterschied, ob die Hörner dran sind oder nicht. Stellen Sie sich doch mal das Artikelfoto der Wiener Fotografin Gabriele Wegscheider ohne Hörner vor. Geht gar nicht. Das Bild zeigt übrigens eine Schweizer Kuh, eine von besagten 10 Prozent.

Und ein noch geringerer Prozentsatz der Schweizer Kühe greift seit kurzem auch selbst zur Kamera. Wie das gehen soll? Kühe fotografieren mit einer eigens für Katzen entwickelten Kamera ihren Blick der Dinge. Beispielsweise Camcow Venezia liefert Aufnahmen vom Zürcher Oberland, oder Camcow Maisie bringt tiefe Kuh-Einblicke aus Tschlin. Mein Favorit ist Camcow Flora, die wunderbare Fotos der hochalpinen Landschaft rund um den Alp Furcela liefert. Selbstverständlich gibt es die Fotos auch auf Postkarten zu erwerben. Cowcam ist genial und hoffentlich bald schon Lieferant von wunderbaren Aufnahmen aus Österreichs und Deutschlands Welt der gehörnten Kühe.

Photo: © Gabriele Wegscheider

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