Ein Schlafzimmer im Freien. Unter dem Sternenhimmel übernachten. Nur mit einer dünnen Decke aus Glas geschützt. Die Natur spüren und ihr ganz nah sein. Mit diesem Gartenhaus werden diese Vorstellungen Realität. Es wurde vom finnischen Architekten Ville Hara gemeinsam mit der Designerin Linda Bergroth entworfen. Der finnischen Landschaft angepasst präsentiert sich das Häuschen in
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Land_Kunst
Schweine in der Stadt
Sind Ihnen in der Stadt schon mal Schweine entgegen gekommen? Schweine in der Stadt? So ein Quatsch? Wenn Sie derzeit in Wien unterwegs sind, dann kann Ihnen das durchaus passieren: Im Rahmen der Vienna Art Week bringen die Künstler Mollner & Schorsch noch bis 18. November die Schweine in die Stadt, machen ihr Büro zu einem Schweinestall, gehen mit den Schweinen spazieren, zeigen ihnen die Stadt, die Menschen, Autos, den Naschmarkt. Die Künstler bringen – ganz sowie über_Land – das Land in die Stadt, heben die Grenzen zwischen Stadt und Land auf.
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Der nicht mehr gebrauchte Stall
Die Landwirtschaft in den alpinen Regionen hat sich seit den 1960er Jahren enorm verändert. Diese Veränderung hinterlässt Spuren, die sehr stark an Gebäuden erkennbar wird: Einst wichtige Wirtschaftsgebäude wie Stall, Stadel und Futterhaus werden im Laufe der Zeit durch Laufstall, große Garagen für landwirtschaftliche Maschinen oder von Obstlagerhallen ersetzt. Die kleinen Gebäude von damals verlieren ihre Funktion und verkommen nicht selten zu Ruinen. Oder aber sie werden ganz anders genutzt: als Kunstgalerie, als Parkgarage oder als Wohnhaus.
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Grasteppich für zu Hause
Hören Sie als Stadtbauer oder Urban Farmer hin und wieder das Gras wachsen? Kein Grund zur Sorge. Mit diesem Grasteppich kann das schon mal passieren. Aus ihm wächst nämlich echtes Gras. Wie das gehen soll? Die junge Designerin Pia Wüstenberg setzt für „Garden Rug“ als Grundmaterial Filz ein. Dieser ist wasserfest und fördert das Keimen von Moos. Der Grasteppich muss nur mehr gegossen und mit einem speziellen Dünger genährt werden. Dann steht dem begehrten Green im Schlafzimmer oder Arbeitszimmer nichts mehr im Wege.
Pia Wüstenberg, geboren in Deutschland mit jetzigem Wohnsitz in Großbritannien, reagiert mit ihren Entwürfen auf eine zunehmende Verstädterung und die daraus resultierende Abhängigkeit von ausländischen Nahrungsmitteln. Sie zeigt mit ihren Entwürfen in Form von Teppichen oder Möbeln Alternativen auf, wie Nahrung sogar zu Hause wachsen kann. Regionale Lebensmittel wachsen innerhalb der eigenen vier Wände. Wie am Beispiel „Garden Rug“ sprießen aus einem grauen Kissen die kleinen Sämlinge bis zu guter Letzt daraus eine schöne Blume entsteht. Schöner kann kein Ende sein.
Photos: Pia Wüstenberg
Ein Gemälde in der Landschaft
Rentiere müssten wir haben. Dann würde unsere Landschaft vielleicht auch durch solch ein Gebäude bereichert werden. Mehr noch: Dieses Gebäude erinnert an ein Gemälde in der Landschaft. Das Architekturbüro Snøhetta plante diesen Besucher-Pavillon in der norwegischen Dovre Hochebene, von wo aus die Besucher die dort beheimateten Moschusochsen, Polarfüchse und Rentiere beobachten können. Das Innere des Pavillons ist mit einem außergewöhnlichen Holzkern gestaltet; der so aussieht als wäre er verwittert und von Wind und Wasser erodiert. Eine Stahl-Ummantelung schützt den hölzernen Kern vor äußeren Einflüssen. Jetzt brauchen für die Besucher nur noch die Tiere zu kommen. 
Photos: Ketil Jacobsen
über_Land
Der Blog über_Land beschäftigt sich mit innovativer Landwirtschaft in der Stadt und auf dem Land. Themen wie Urban Farming, Vertical Farming, Aquaponic stehen genauso im Vordergrund. Der Blog geht aber auch der Frage nach, wie Gemeinden für ihre Bewohnerinnen und Bewohner neue, qualitätsvolle Konzepte entwickeln, wo Wohnen, Leben und Arbeiten möglich wird. Der Blog ist seit 2011 online. Gründerin und Herausgeberin ist Barbara Kanzian. Erfahren Sie mehr über sie auf ihrer Unternehmens-Website.
Filmtipp: Weiberleut
Bäuerinnen, die ihren Hof ohne Mann bewirtschaften, stehen im Dokumentarfilm „Weiberleut“ im Mittelpunkt. Dabei werden sechs sehr unterschiedliche Bäuerinnen porträtiert, die die schwierige Herausforderung der alleinigen Bewirtschaftung meistern. Schwierig im doppelten Sinn: Zum einen ist die Arbeit als solche körperlich anstrengend, zum anderen fehlt es heute noch immer an gesellschaftlicher Akzeptanz
Auf eine sehr ruhige einfühlende Weise porträtiert die Regisseurin Gertraud Schwarz die Bäuerinnen: Mehr lesen
Buchtipp: Food Crash
„Bio? Das ist allenfalls ein Luxus für Wohlhabende. Denn die Aufgabe lautet, künftig neun Milliarden Menschen zu ernähren. Dies kann nur gelingen, wenn Nahrungsmittel industriell produziert werden.“ Ein durchaus logisches Argument, das gleich zu Beginn im Klappentext des erst vor wenigen Wochen erschienenen Buchs „Food Crash“ zu lesen ist. Dieser Aussage stellt aber der Autor Felix zu Löwenstein gleich die Frage gegenüber, ob der Hunger in der Welt nicht vielmehr die Grundlage für ein florierendes Geschäft der internationalen Agrar-Industrie mit Pestiziden, Düngemitteln und Gentechnik-Saatgut ist.
Der Autor selbst ist ein Kenner der Branche: Er ist Landwirt und arbeitete in der internationalen Entwicklungshilfe. Heute bewirtschaftet er seinen Betrieb biologisch und engagiert sich für den Anbauverband Naturland, für den Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und für das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FIBL Deutschland).
Seine These lautet: „Wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht mehr“. Dies untermauert er mit vielen Beispielen, wie es im Einklang mit der Natur gelingen kann, die Ernährungsgrundlagen der Menschen zu sichern. Die großen Versprechungen der Agro-Gentechnik hinterfragt er äußerst kritisch und widerlegt u.a. die Aussage, dass mit dem Einsatz von GVO, mehr Lebensmittel zu produzieren seien. Er beschreibt die negativen Folgen wie Monokultur, das Verschwinden der Vielfalt oder die Bedrohung der Wahlfreiheit: Gab es 1975 weltweit noch über 7000 Saatzuchtfirmen, so befinden sich heute zwei Drittel dieses Marktes in den Händen von nur zehn weltweit operierenden Konzernen, wobei Monsanto den höchsten Marktanteil von 23 Prozent einnimmt.
Das Buch ist neben seiner hervorragenden Recherche und dem umfangreichen Hintergrundwissen des Autors mehr als empfehlenswert. Dazu kommt noch, dass Felix zu Löwenstein nicht mit der Moralkeule schwingt, ihn kommt es nicht in den Sinn, ob jemand konventionell oder ökologisch wirtschaftet zu einer Frage von „moralisch besser“ oder „unmoralisch“ zu machen. Was dem Buch und der gesamten Diskussion in Bezug auf Gentechnik mehr als gut tut. Das Emotionale wird durch das Rationale ersetzt und lässt so eine mehr als sachliche Diskussion rund um das Thema Gentechnik zu.
Felix zu Löwenstein
FoodCrash
Wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht mehr
Verlag: Pattloch
ISBN-10: 3629023002
ISBN-13: 978-3629023001

Ein Hühner-Sheraton
Dieser Hühnerstall übertrifft alles bisher Gesehene. Mehr noch: Er ist ein architektonisches Highlight. Das Projekt „Chicken Chapel“, entstand im Juni dieses Jahres innerhalb des Workshops von „Studio North“ zum Thema „Originelles Design durch kleine ländliche Interventionen“. Fünf Studenten entwarfen gemeinsam mit den Moskow Linn Architekten aus Boston, Keith Moskow und Robert Linn, dieses sehenswerte Low-Budget-Projekt. Der Stall ist aus Fiberglas-Paneelen und Holz gefertigt, vom Boden abgehoben, um an heißen Tagen eine bessere Luftzirkulation zu ermöglichen sowie Raubtieren den Zugang zu erschweren. Die Seitenteile sind mit horizontal gelegten Ahorn-Teilen verkleidet, um die Hühner vor zu starkem Sonneneinfall zu schützen. Im Inneren befindet sich der eiförmige Nistkasten, der – vielleicht – durch seine Form anregend auf die Hühner wirkt.
Und was das Schönste an dieser nachhaltigen Luxusherberge ist? Sie gibt Raum und ausreichendes Platzangebot für „glückliche Hühner“, die Tageslicht genießen und ein- und ausmarschieren können, wann immer es ihnen gefällt. Da kommt das Eierlegen ganz von allein.
Weitere Informationen: Moskow Linn Architekten
Informationen zum Workshop: Studio North
Photos: Studio North / Moskow Linn Architects
Holadaittijo
Landwirte und Stadtbauern machen mit ihr eine gute Figur. Mit einer Lederhos’n ist der Bauer richtig gekleidet. Sollte das dem einen oder anderen doch zu traditionell erscheinen, der hat die Möglichkeit, nur sein wertvolles Stück darin zu verpacken. Die Lederhos’n für den Laptop macht es möglich: Sie hat süße kleine Knöpfe, echte Hosenträger und wurde aus Qualitätsleder gefertigt. Die zünftige Verpackung hat auch Taschen, wo sich Zubehör verstauen lässt. Damit die Mädels nicht leer ausgehen, gibt es die Hüllen in zwei Ausführungen: Heidi mit rosa Hemd für die (Stadt)Bäuerin und Peter im blauen Hemd für den (Stadt)Bauern. Um den Preis, das dieses gute Stück kostet, ist allerdings kein Jodelkurs enthalten.
Bezugsquelle: www.coverbee.de
Regionale Lebensmittel in der Stadt
Wie kann ökologische Landwirtschaft in der Stadt funktionieren? Welche Freiräume bedarf es, um regionale Lebensmittel anbauen zu können? Wie müssen Häuser, Straßen und Plätze geplant werden, damit gesundes Essen in der Stadt gute Voraussetzung zum Wachsen findet? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Wanderausstellung „Die Produktive Stadt/Carrot City“, die 2009 an der Ryerson Universität in Toronto initiiert wurde. Die Ausstellung ist bereits viel gereist: Nach Stationen in New York City, Montreal und Casablanca ist sie ab 30. September in Berlin zu sehen, danach in München.
Regionale Lebensmittel im städtischen Raum, in der Gemeinschaft, am Gebäude, auf dem Dach – diese Bereiche thematisiert „Die Produktive Stadt/Carrot City“, die von Mark Gorgolewski, June Komisar und Joe Nasr kuratiert wurde. Die Schau richtet sich an Architekten und Städteplaner ebenso wie an Stadtbauern oder UrbanFarmer. Und an alle, die sich für zukünftige Entwicklungen der Stadt interessieren und für die Möglichkeiten der urbanen Landwirtschaft.
Bleibt zu hoffen, dass die Ausstellung nach ihrem Deutschland-Aufenthalt den Weg nach Wien und Zürich ebenso findet. Denn auch in diesen beiden Städten ist urbane Landwirtschaft immer mehr im Kommen, wie auf so manchem Blog-Eintrag von überLand nachzulesen ist. Der Anbau regionaler Lebensmittel ist längst zu einem Stadtthema geworden; und zeigt sich in unterschiedlichsten Formen: Vom Gemeinschaftsgarten bis hin zum Guerilla Gardening spannt sich der Bogen. Guerilla Gardening verkörpert was Verbotenes. Wohin sich die Guerilla Gardener entwickelten, wie weit ihre Aktionen reichen – mit diesen Themen beschäftigt sich in kurzer Zeit ein eigener Blog-Eintrag auf überLand. Stay tuned.
Weitere Informationen zur Ausstellung: www.carrotcity.org
Termine:
30. September 2011, 18.30 Uhr: Ausstellungseröffnung und Symposium, Architekturmuseum, TU Berlin, Straße des 17. Juni 150, UG
8. November 2011, 18.00 Uhr: Ausstellungseröffnung und Symposium,
Immatrikulationshalle, TU München, Arcisstraße 21, EG
Photo: Eagle Street Rooftop Farms at the East River, Greenpoint, Brooklyn; fotografiert von Joe Nasr
Zur Ausstellung erscheint das gleichnamige Buch:
Carrot City
Creating Places for Urban Agriculture
Mark Gorgolewski, June Komisar, Joe Nasr
Verlag: The Monacelli Press
ISBN-10: 1580933114
ISBN-13: 978-1580933117

