Rettet das Dorf

Rettet das Dorf

Können Sie es auch kaum mehr erwarten, wieder in ein Kino zu gehen? Wenn ja, dann geht es Ihnen gleich wie mir. Um Ihnen die Zeit bis dahin ein bisschen zu verkürzen, warte ich heute mit einem Filmtipp auf: Rettet das Dorf. Der Dokumentarfilm von Regisseurin Teresa Distelberger widmet sich dem Thema der Landflucht. Sie holt Menschen vor die Kamera, die mit ihren Ideen neues Potenzial für den ländlichen Raum schaffen.

Teresa Distelberger porträtiert in dem Film Menschen, die für ihre Gemeinde brennen. Sie zeigt Wege und Möglichkeiten auf, den Folgen der Landflucht positiv entgegenzuwirken. Diese proaktive Zugangsweise macht diesen Film auch besonders.

Autarkes Dorfprojekt

Da beschreibt beispielsweise die „Wohnwagon“-Mitgründerin Theresa Steininger, warum sie ihre Firma von Wien in die kleine Gemeinde Gutenstein (Niederösterreich) verlegt hat. Dabei geht es nicht nur um einen Firmen-Standortwechsel. Nein. Sie plant dort ein autarkes Dorfprojekt mit gemeinschaftlichem Wohnen, mit Landwirtschaft und möglichst viel Selbstversorgung. Das Herzstück bildet der vormals leerstehende Gutensteinerhof.

Rettet das Dorf

Oder eine weitere Protagonistin von Rettet das Dorf ist die Landärztin Heidelinde Schuberth. Um ihre Patienten bestmöglich auch zu Hause zu versorgen, ist sie viele Kilometer täglich mit dem Auto unterwegs. Ihre Arbeit ist herausfordernd, aber erfüllend, erzählt sie im Film. Sie wollte nicht wie ihr Vorgänger die Ordination in ihrem Privathaus unterbringen. Daher hat sie mit der Gemeinde eine Alternative gesucht und gefunden: Die leerstehende Schule wurde zu einem Gesundheitszentrum, wo in Zukunft neben Schuberth unterschiedlichste Ärzte ihre Praxis betreiben sollen.

Brennen für die Sache

Viele Kilometer legt auch Peter Kaltenegger zurück. Das Wochenende verbringt er mit seiner Familie auf dem Bauernhof im Murtal (Steiermark). Jeden Montag bricht er mitten in der Nacht auf, um rechtzeitig seinen Schreibtisch in der EU-Generaldirektion Landwirtschaft in Brüssel zu erreichen. Der Verlust der Vitalität im ländlichen Raum sei ein europaweites Phänomen, bringt er die Problematik auf den Punkt. Aber: “Oft glaubt man, es müssen alle zusammenarbeiten. Das stimmt gar nicht.” Und weiter: “Es braucht zwei, drei Menschen, die bereit sind, mehr zu geben, als was sie geben müssten. Die wirklich brennen für eine Sache.”

Es braucht zwei, drei Menschen, die bereit sind, mehr zu geben, als was sie geben müssten. Die wirklich brennen für eine Sache.

Peter Kaltenegger, Abteilungsleiter der Generaldirektion Landwirtschaft der Europäischen Kommission (GD AGRI)
Rettet das Dorf, Wirtshaus

Tatendrang und Optimismus prägen die handelnden Personen von Rettet das Dorf: Die Schuldirektorin Brigitte Jandrisevits macht sich für den Erhalt ihrer Brigitte Jandrisevits macht sich für den Erhalt ihrer Schule stark, obwohl dort nur mehr zehn Schüler und Schülerinnen unterrichtet werden. Oder Gudrun Oberkofler: Sie betreibt einen Lebensmittelladen und sucht dafür einen Nachfolger.

Rettet das Dorf, Cover

Zum Hintergrund der Regisseurin: Neben der filmischen Auseinandersetzung mit dem Thema, setzt Teresa Distelberger in ihrem privaten Umfeld neue Akzente für das Leben am Land. Sie möchte wieder von der Stadt aufs Land ziehen und arbeitet gemeinsam mit Anderen an der Umsetzung der Auenweide, einer alternativ finanzierten, ökosozialen Wohnsiedlung in Sankt Andrä-Wördern (Niederösterreich). Dort sollen Modelle für das Zusammenwohnen der Zukunft erprobt werden.

Alle Fotos: ©NGF Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion GmbH

über_Land

Der Blog über_Land beschäftigt sich mit innovativer Landwirtschaft in der Stadt und auf dem Land. Themen wie Urban Farming, Vertical Farming, Aquaponic stehen genauso im Vordergrund. Der Blog geht aber auch der Frage nach, wie Gemeinden für ihre Bewohnerinnen und Bewohner neue, qualitätsvolle Konzepte entwickeln, wo Wohnen, Leben und Arbeiten möglich wird. Der Blog ist seit 2011 online. Gründerin und Herausgeberin ist Barbara Kanzian. Erfahren Sie mehr über sie auf ihrer Unternehmens-Website.

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