(2) Startups: Indoor-Farm im Frachtcontainer

IMG_0103 (1)Die Idee, Gemüse direkt in der Stadt anzubauen, wird in den USA seit Jahren verfolgt. Es wäre eine Lösung für eine Reihe von Problemen, wie Ackerlandknappheit, Wassermangel oder Landflucht. Weiters könnten Importe und lange Transportwege eingespart werden, so reisen Blattgemüse durchschnittlich 3.000 Kilometer bevor sie in den Regalen des Lebensmittelhandels landen. Bisher scheiterte die Umsetzung vieler ambitionierter Projekte an den Finanzen, doch Silikon Valley macht nun ein gigantisches Vertikal Farming-Vorhaben möglich.

Das Startup Plenty erhielt von Investoren wie Amazon Gründer Jeff Bezos oder dem Alphabet Chairman Eric Schmidt über 200 Millionen Dollar. Die ersten Hi-Tech-Farmen des Unternehmens aus San Francisco erinnern an biomedizinische Forschungslabore, da man am Eingang zuerst durch eine Reinigungsschleuse muss. Dann erst darf man die spacig anmutenden Pflanzenhallen betreten, in denen hunderte 6 Meter hohe Türme mit tausenden Pflanzen stehen. Der Raum ist mit rosa und lila LEDs beleuchtet, die vertikal angebracht sind, damit die Lichtausbeute für die Pflanzen optimal ist. In den 50.000 Quadratmeter großen Hallen kann unter anderem eine Million Kilogramm Salat pro Jahr produziert werden – ohne Erde, dafür mit 7.500 Infrarot-Kameras und 35.000 Sensoren, die Raumtemperatur, Feuchtigkeit, Kohlendioxid-Level und Wachstumsphasen der Pflanzen überwachen. Wenn man etwas näher an die schlanken Pflanztürme geht, entdeckt man vereinzelt Marienkäfer. „Sie fressen die Schädlinge, die es doch durch die Reinigungsschleuse geschafft haben und sie arbeiten gratis für uns, damit wir keine Pestizide essen müssen“, sagt Matt Barnard, Chief Executive Officer von Plenty. Auch sonst gibt es keine Herbizide oder gar genmanipulierte Pflanzen bei Plenty. Das Startup plant 500 dieser Hallen in den größten Städten der USA und die Nachfrage ist groß, da in der Indoor-Farm 350 mal so viel geerntet werden kann, wie auf einem Acker derselben Größe.

LED-Beleuchtung und Klimasteuerung

Indoor Farm Freight FarmEin Vorreiter von Plenty ist das 2010 gegründete Bostoner Startup Freight Farms. Es baut Frachtcontainer zu Gewächshäusern um. In der Leafy Green Machine befindet sich eine autonome vertikale Landwirtschaft auf nur 30 Quadratmetern. Ein hydroponisches System bringt in einem ständigen Kreislauf nährstoffreiches Wasser direkt an die Wurzeln und wird, so wie die LED-Beleuchtung und die Klimasteuerung über eine App reguliert. Mit Echtzeit-Daten von Sensoren und In-Farm-Kameras, die direkt aufs Handy geschickt werden, ist es möglich, alles zu überwachen und Parameter für optimale Wachstumsbedingungen festzulegen, egal wo man sich selbst gerade befindet.

Der Pionier des Urban Gardening ist Gotham Greens. 2009 in Brooklyn gegründet hat das Unternehmen heute in New York und Chicago vier technologisch hochausgereifte Dachgewächshäuser, die mit sauberer Energie betrieben werden. Auf über 170.000 Quadratmetern werden Kräuter und Gemüse angebaut und Gotham Greens ist der führende regionale Produzent von Produkten in Bioqualität.

Gotham Greens

Photo: Julie McMahon (Gotham Greens)

2 thoughts on “(2) Startups: Indoor-Farm im Frachtcontainer

Hinterlasse einen Kommentar zu Ueberlaenderin Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>