Die Honigbiene für zu Haus

ueberland.01urban.beehive 199x300 Die Honigbiene für zu HausIst es möglich, Bienen „indoor“ zu halten? Ja, Sie lesen richtig! Einen Bienenstock im Inneren der Wohnung aufzustellen und dort die Tätigkeit eines Indoor-Imkers aus zu üben. Dieser Frage ist Philips nachgegangen und konzipierte „Urban Beehive“. Dieser unkonventionelle Bienenstock für zu Hause ermöglicht es, Einblicke in die faszinierende Welt der Tiere. Und dem Imkern steht auch nichts mehr im Weg. Die Bienen produzieren im Korb Honig und Propolis, der Indoor-Imker erntet. Und das stellen sich die Ideenentwickler so vor: Der Bienenstock besteht aus einem inneren und äußeren Teil: am äußeren befindet sich die Einflugs- bzw. Ausflugsöffnung, unten eine Blume zum Anlocken. Der innere Teil ist aus Glas gefertigt und beherbergt einige Waben-Rahmen. Außerdem sind die Waben mit einer Wabenstruktur versehen, damit die Bienen ihre Wachszellen aufbauen können. Der Indoor-Imker hat auch die Möglichkeit, Rauch in das Innere einzuführen, um die Bienen zu beruhigen.

Rückkehr in die Stadt

Ein spannendes Konzept, wenn man bedenkt, dass das große Bienensterben unaufhaltsam weiter geht. Damit ließe sich der Bestand halten, vielleicht sogar erhöhen. Auf alle Fälle ein doppelter Profit für die Stadt: Sie gewinnt nicht nur an großflächiger Bestäubung, sondern die Menschen würden auch wieder selbst Lebensmittel, eben Honig, produzieren. Auch für Kinder ist die Honigbiene für zu Haus ein Stück praktisches Lehrbuch. Angstfrei lernen sie es, zu den fleißigen Tierchen einen natürlichen Umgang zu pflegen. Der Rückkehr der Honigbienen in die Stadt steht also nichts mehr im Weg.

ueberland02.urban .beehive1 Die Honigbiene für zu HausNichts mehr? Nein, so einfach ist das natürlich nicht. Ist es überhaupt möglich, einen Stock zu Hause aufzustellen? Lassen sich die Bienen so überlisten und nehmen sie solch einen Glaskörper überhaupt an? Wie reagieren die noch nicht als Imker tätigen Nachbarn?

Noch gibt es „UrbanBeehive“ weder als Produkt noch als Prototyp. Es steckt in der Konzeptphase und ist Teil des Microbial Home, einem Wohndesign-Konzept, das den Ansatz eines geschlossenen Systems verfolgt, indem so wenig wie möglich Abfall anfällt. Aber die Richtung, in die gedacht wird, spiegelt einen Trend wieder: Die Städte werden grüner, nachhaltiger und es werden wieder Lebensmittel darin produziert. Gemüse, Obst oder Honig – ob aus Indoor- oder Outdoor-Farms – bereichern das Angebot.

Können Sie sich Ihre Zukunft als Indoor-Imker vorstellen?

Fotos: Design Philips

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6 Antworten auf Die Honigbiene für zu Haus

  1. ben sagt:

    Wären Bienenschleusen so verbreitet wie Katzentörchen, hätten wir im Schrank neben dem Katzenfutter immer ein paar Honiggläser stehen. Und bei dem schnittigen Glas-Design würde der Bienenstock bestens neben Flachbildschirm, Induktionsherd und I-Phone-Station passen. Ein I-Hive sozusagen.
    Ob auch Bienen High-Tech mögen?

    • überLand sagt:

      Ein I-Hive wäre ziemlich trendig. Aber jetzt ganz pragmatisch: Überhitzt sich dieses Glas nicht am Fenster? Braucht es dafür dann wieder eine natürliche Beschattung? Stört die Transparenz nicht das Bienenvolk?

      • ben sagt:

        Klar, ein Glaskasten erhitzt sich wie ein Treibhaus und die Waben würden bei direkter Sonneneinstrahlung dahinschmelzen wie der Wachs beim Kerzenziehen. Fürs I-Hive müsste erst noch die I-Bee erfunden werden. Aber gibts nicht auch schon I-Robot?

        Ansonsten würde ich die Bienen schön in ihrem Holzkasten lassen. Nicht alles folgt Mode und Trend und dem Diktat des Marktes. Vielleicht kommt ja auch der Aufschrei um das Massenbienensterben eben von denen die glauben alles unter Kontrolle haben zu müssen. Oder hast du schon mal eine Biene schreien gehört?

  2. Soweit genug Nahrungsangebot (Tracht) eingetragen wird, ist es durchaus ratsam, denn wir halten unsere Bienen ja in der Großstadt im Kleingarten. Die Städte müssen sehr viel Grün aufweisen, denn ein Bienenvolk sammelt bei 300 kg Nektar und Pollen in einer Saison. Sie fliegen nicht weiter als max. 5 km. Das zur näheren Erklärung zum Standort. Hamburg ist ideal, hier finden sie bis in den Spätsommer ausreichend Angebot. Des weiteren ist schon mal das leidige Thema, Pestizide in der Landwirtschaft genommen, denn die kommen hier wohl selten vor. Ausserdem gibt es wenig Probleme mit dem ganzheitlichen Trachtangebot, insofern keine Monokulturen, wie z.B. Mais zur Energiegewinnung produziert werden müssen. Vielleicht besinnt sich so die Landwirtschaft auf eine andere Wertstellung zu den Tieren, die Ihnen unendlich viel gratis gaben, nämlich die Bestäubung Ihrer Ernten.
    Nachbarschaftsproblematik und bauliche Maßnahmen sehe ich jedoch als Hinderniss
    solcher Absicht. Kein Vermieter oder Miteigentümer einer Wohnanlage muss zur Tierhaltung ja sagen. Der verbreitete Irrglaube, Bienen seien unberechenbar, wild um sich stechende Plagegeister, steckt zu tief in den Köpfen der Bevölkerung. Leider findet man hierzu immer wieder auch schon in Kindersendungen entsprechende Berichterstattungen. Dabei ist die Honigbiene eine völlig harmlose Sammlerin. Hier Stachel dient dem Schutz gegen andere Insekten, die ihnen ihre Nahrung räubern wollen. Natürlich werden auch Imker gestochen, denn die machen auch nichts anderes als Honig stehlen.
    Ihre Idee ist gut:
    Himmelsrichtung, Windschutz, Schwarmverhinderung, direkte Sonneneinstrahlung,
    Honig ernten, alles Dinge die genau überlegt und geplant werden müssen.
    Ohne entsprechende Vorkenntnisse und eine gute Schulung leider unverantwortlich.
    Außerdem kommt noch ein erhöhtes Eletrosmokaufkommen in Städten dazu.
    Bienen sind Hinterweltler und Spätentwickler. Ihr Immunsystem ist stark geschwächt und dadurch sind sie anfällig gegen derartige Belastungen.

    • überLand sagt:

      Stadtimker behaupten, Bienen fänden in der Stadt ein wesentlich besseres Umfeld als am Land, weil keine Pestizide und keine Monokulturen vorkommen. Stadtimker Jean Paucton hält seine Stöcke schon seit Jahrzehnten auf dem Dach der Oper Garnier in Paris. Er berichtet davon, dass es seinen Bienenvölkern in der Stadt besser ginge als am Land, sie produzierten auch mehr Honig in der Stadt. Ich denke aber auch, dass E-Smog z. B. oder Abgase durchaus eine große Belastung für diese Tiere darstellen.

  3. Balkonbienen sagt:

    Wie Imkern in der Stadt schon jetzt funktioniert gibt es hier…
    http://www.balkonbienen.de
    Stadthonig vom eigenen Balkon
    —für jede_n machbar——

    Gruß
    Johannes

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