AfterWork am Bauernhof

Afterwork am Bauernhof

Es ist immer wieder ein Erlebnis, Menschen zu treffen, die aus ihren Bauernhöfen ganz was Besonderes machen. Gelegenheit dazu hatte die Überländerin letzten Freitag bei der Veranstaltungsreihe AfterWork am Bauernhof. Am Besuchsprogramm standen der 3er Hof in Maria Anzbach und der SchaupHof in Weitern bei St. Pölten (NÖ).

Mit viel Herzblut ist Eva Hieret Bäuerin. Sie und ihre Familie bewirtschaften den 3er Hof. Der 55 Hektar große Betrieb bietet seit einigen Jahren unterschiedliche Green Care-Möglichkeiten: Die leerstehende Backstube am Hof wurde mit dem Verein Jugend am Werk wiederbelebt. Menschen mit Behinderung backen hier von Montag bis Freitag mit dem hofeigenen Biogetreide Brot und Gebäck und versorgen damit weitere Jugend am Werk-Standorte.

Schaf, Pferd und Schwein als Wohlfühl-Manager

Ein weiteres Green Care-Angebot am 3er Hof ist die „Tiergestützte Intervention“. Dabei werden Bauernhoftiere so trainiert, dass sie auf Menschen heilsam wirken. Unsere Gruppe von AfterWork am Bauernhof probierte das gleich mit den Schafen aus. Und siehe da: Es wirkt. Die Tiere kommen ruhig auf einen zu und holen sich ihre Streicheleinheiten. Sie bauen mit dem Menschen eine Beziehung auf, kommunizieren mit ihm und ja, das fühlt sich gut an.

Die Schafe, Pferde, Hängebauchschweine und nicht zu vergessen Timmy, der Hofhund sind auch für die Kinder der „Schule am Bauernhof“-Aktivitäten am Hof immer wieder ein Höhepunkt. Für diesen Green Care-Bereich hat die ausgebildete Erwachsenenbildnerin Hieret auch einen eigenen Zertifikatslehrgang abgeschlossen.

Ernten, Kochen und gemeinsam Genießen

„Ich arbeite einfach gerne mit Menschen zusammen“ – und das spürt man, wenn die Biobäuerin aus Überzeugung über ihren Hof führt. Dabei begleitet uns eines ihrer Hängebauchschweine. Eva Hieret zeigt uns ihren üppigen Bauerngarten, aus deren Beeten die Kinder das frische Gemüse ernten, das danach gleich verkocht wird: „Kindern schmeckt das besonders. Auch jenen, die sonst keinen Gemüseauflauf essen“, beschreibt Hieret die „Schule am Bauernhof“-Highlights. „Der Kreislauf Ernten, Kochen und gemeinsam Genießen ist für die Kinder was Besonderes“.

„Ich arbeite einfach gerne mit Menschen zusammen“

Eva Hieret, Bäuerin vom 3er Hof

Das Hauptstandbein des 3er Hofs bildet der Verkauf von Erden und Kompost. Hier wird klar, dass Erde eben nicht gleich Erde ist. Für jedes Rabatt’l scheint es hier die richtige Unterlage zu geben. Und als Draufgabe wird der hofeigene Miscanthus zu Mulch verarbeitet. Er bildet eine Alternative zum Rindenmulch, speichert die Feuchtigkeit und hält auch noch Plagegeister wie Nacktschnecken vom Gemüse.

Ein Hof, Alpakas und Ganz Sche Regional

Die nächste Station dieses AfterWork am Bauernhof bildete der Schauphof in Weitern bei St. Pölten. Mutter und Tochter Schebesta führen mit viel Engagement diesen Hof, der noch vor einigen Jahren ein konventioneller Schweinemastbetrieb war. Schweine gibt es heute nur mehr für die Selbstversorgung, neu dazu kam eine kleine Herde Alpakas und Pferde.

Tochter Katharina hat viele neue Ideen und möchte auch in nächster Zeit auf Bio umstellen. Sie absolviert derzeit eine „Green Care-Gesundheit fördern am Hof“-Ausbildung, bei der später die Alpakas eine Hauptrolle übernehmen sollen. Vor wenigen Monaten hat sie den Hofladen Ganz Sche Regional eröffnet. Dort gibt es regionale Produkte von Landwirten aus der Umgebung und Superfood: Aronia und Hanfsamen – teils vom Schauphof.

Trendig und nachhaltig

Katharinas Mann, Peter Schebesta-Ganzberger, ist gelernter Tischler und hat den gesamten Laden selbst gemacht. Teile der Einrichtung bestehen dabei aus alten Regalen, die im Müll gelandet wären, und jetzt neue Verwendung finden. Ein modernes, bargeldloses Bezahlsystem und Kameras, die den gelisteten Landwirten zeigen, wann nachgeliefert werden muss, machen Ganz Sche Regional zu einem trendigen Shop mit nachhaltigem Charakter.

Die Veranstaltungsreihe AfterWork am Bauernhof, geht auf die Initiative des ÖKL (Österreichisches Kuratorium für Landtechnik und Landentwicklung) zurück. Mit diesen Landpartien, die mehrmals im Monat am Freitag Nachmittag stattfinden, sollen die Wurzeln zu unserem Essen erlebbar gemacht und eine Brücke zu den bäuerlichen Betrieben gebaut werden. Ein Plan, der für die Überländerin als Teilnehmerin voll aufging.

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