Den Fischen beim Schwimmen zusehen

Aquaponic-System

Das Architekturbüro CplusC Architectural Workshop hat in Sydney ein Haus aus recycelten Baumaterialien, einen Gemüsegarten auf dem Dach und einem Aquaponik-System gebaut. Mit diesen Features ausgestattet, antwortet das Gebäude Welcome to the Jungle House auf die Folgen des Klimawandels und zeigt, wie nachhaltiges städtisches Leben aussehen kann.

Welcome to the Jungle House ist das Haus des Firmengründers von CplusC Architectural Workshop, Clinton Cole. Er wollte mit dieser Architektur u.a. seinen Kindern die städtische Lebensmittelproduktion vermitteln und nahebringen.

Aquaponic-System Wohnbereich
Vom Kinderzimmer aus können die Kids den Fischen beim Schwimmen zusehen

Das macht er beispielsweise mit einem im Haus integrierten Fischteich. Dieser befindet sich zwischen der Innen- und Außenwand im ersten Stock. Vom angrenzenden Kinderzimmer können die Kinder den Fischen beim Schwimmen zusehen.

Aquaponic-System war Herausforderung

Der Teich ist als Aquaponic-System angelegt, in dem Barsche gehalten werden. „Die Installation war eine Herausforderung“, so Clinton Cole, „aber Dank der engen Zusammenarbeit zwischen Installateuren, Landschaftsgärtnern, Haustechnikern, Bewässerungs- und Wettersensorik-Experten konnte das Aquaponic-System realisiert werden. Dabei bewässert und düngt das stickstoffreiche Wasser des Fischteichs den Garten; als Frischwasser für den Fischteich wird Regenwasser verwendet, das in einen unterirdischen Tank fließt, dort gefiltert und in den Teich gepumpt wird.

Sonnenkollektoren an einem Teil der Fassade

Doch die erste Generation der eingesetzten Barsche fiel leider den Folgen des Klimawandels zum Opfer. Durch die Anfang dieses Jahres in Australien wütenden Buschbrände lagerte sich eine Ascheschicht auf dem Teich ab. Alle Tiere verendeten. Mittlerweile gibt es eine neue Generation an Barschen, die aber erst heranwachsen muss, damit man sie ernten kann.

Dachkonstruktion als Gemüsebeet

Von der Außenterrasse, die dem Wohn- und Essbereich vorgelagert ist, geht es über eine herunterklappbare Leiter auf den Dachgarten. Hier wurde die komplette Dachkonstruktion so entworfen, dass sie gleichzeitig als Beet für Pflanzen und Gemüse dient.

Aquaponic-System, Dach als Gemüsebeet
Die gesamte Dachkonstruktion dient als Beet für Pflanzen und Gemüse.

Charakteristisch für Welcome to the Jungle-House sind seine Pflanzen – sowohl im Inneren als auch außen: Möglich macht das eine verglaste Innenwand, die leicht von der Fassade zurückgesetzt ist. Im Inneren dieses Zwischenraums – zwischen Glaswand und Außenfassade – sind große Pflanzgefäße untergebracht, die einerseits die Natur ins Haus holen und andererseits die Außenfassade begrünen.

Aquaponic-System; Pflanzen an Außenfassade
Das Haus ist ein Experiment für nachhaltiges städtisches Leben

Ressourcenschonung war beim Welcome to the Jungle House von Anfang an bestimmend: Es entstand an der Stelle eines verfallenen Hauses. Die Ruine wurde abgetragen und stattdessen das neue Haus errichtet. Aus Recyclingholz und Stahl entstand die Wendeltreppe, die alle drei Stockwerke des Hauses verbindet. Auch in der Küche kam für die lange Theke Recyclingholz zum Einsatz, das einen gewollten Kontrast zu den Metallschränken erzielt. Neben Solarpaneelen an der Fassade, einer Ladestation für das Elektroauto der Familie, erfolgte die Abschätzung des Kohlenstoff-Fußabdrucks des Hauses über einen Zeitraum der nächsten 60 Jahre. Um diesen Fußabdruck zu neutralisieren, hat der Eigentümer Emissionsgutschriften gekauft, die Biodiversitätsprojekte von Buschland-Ökosystemen in Australien unterstützen.

Photos: Murray Fredericks

Um Kindern mehr über städtische Landwirtschaft und nachhaltige Lebensmittelproduktion zu vermitteln, entstand die VAC-Bibliothek in Vietnam. Sie vereint die Funktion der Bibliothek mit einem Aquaponic-System und ist außerdem eine Lehrstätte für Kinder.

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